
Holzstämme, Baumwurzeln und Stahl bilden das Ausgangsmaterial für die Skulpturen von Ludwig Maria Vongries. Mit glänzend rotem Epoxidharz überzogen, erinnern sie an Torsi, Körperfragmente oder Kruzifixe. Unter dem Titel „red bodies“ verwandelt der Künstler die Produzentengalerie SO66 in eine raumgreifende Installation: Wände und Boden sind vollständig mit Spiegelfolie ausgekleidet, in der sich die Skulpturen und die Besuchenden vielfach spiegeln. So erscheinen die Werke immer wieder in neuen Konstellationen, während das Publikum über die eigenen Spiegelbilder selbst Teil der Installation wird. Die intensive Farbigkeit der Arbeiten weckt Assoziationen an Blut, Verwundung und Vergänglichkeit, ohne diese Motive ausdrücklich darzustellen. Vielmehr versteht Vongries Verletzlichkeit als eine Erfahrung, die alle Menschen verbindet. Seine Skulpturen laden dazu ein, sie nicht als Schwäche, sondern als Voraussetzung für Empathie, Mitgefühl und Solidarität zu begreifen.