{"id":1381,"date":"2022-07-06T20:33:57","date_gmt":"2022-07-06T18:33:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tatwortimnetz.de\/Kunst\/?p=1381"},"modified":"2022-07-09T11:22:32","modified_gmt":"2022-07-09T09:22:32","slug":"alles-terroristen-und-judenhasser-oder-was-ist-documenta15-einen-besuch-wert","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tatwortimnetz.de\/Kunst\/2022\/07\/06\/alles-terroristen-und-judenhasser-oder-was-ist-documenta15-einen-besuch-wert\/","title":{"rendered":"Documenta15. Alles Terroristen und Judenhasser?"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/documenta-und-judenhass-steinmeier-eroeffnet-kunstmesse-der-schande-80439224.bild.html\">Kunstmesse der Schande<\/a> (BILD), <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/sascha-lobo-ueber-den-documenta-skandal-willkommen-bei-der-antisemita-a-424a0c6f-ec04-4158-92be-9ab8f03f17ad\">Antisemita 15<\/a> (Spiegel), <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/documenta-antisemitismus-und-rechthaberei-bis-zum-schluss-18118361.html\">Documenta der Verschlagenheit<\/a> (FAZ). Nach den j\u00fcngsten antisemitischen Vorf\u00e4llen auf der angesehenen Kunstschau schlagen die Herzen der Presse alle im gleichen Takt. Die <a href=\"https:\/\/documenta-fifteen.de\/\">documenta15<\/a> ist ein Skandal.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Stellungnahmen der K\u00fcnstlergruppe <a href=\"https:\/\/documenta-fifteen.de\/news\/verdeckung-einer-arbeit-von-taring-padi-auf-der-documenta-fifteen\/\">Taring Pardi<\/a> und Entschuldigungen der documenta Leitung und des Kuratorenteams werden kritisch und als nicht ausreichend zur Kenntnis genommen. Eine von der documenta initiierte Gespr\u00e4chsrunde \u00fcber Antisemitismus in der Kunst wird von der \u00d6ffentlichkeit, wenn \u00fcberhaupt, dann nur als Ausrede wahrgenommen. Die documenta15 ist antisemitisch.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2F2022-06%2Fdocumenta-claudia-roth-bund-einfluss\">Claudia Roth<\/a> wusste es schon immer, gut&#8230; ab Januar. Die Staatsministerin f\u00fcr Kultur setzte sich schon Anfang des Jahres f\u00fcr einen Expert:innen-Beirat ein. Gestern wie heute wehrt sich der Kassler Oberb\u00fcrgermeister gegen diese Forderungen. F\u00fcr den Aufsichtsratsvorsitzenden der documenta und obersten Dienstherr der Kasseler ist ein solcher Beirat nahe an der Zensur und mit ihm nicht zu machen. Die documenta15 ist zerstritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei h\u00e4tte alles so sch\u00f6n sein k\u00f6nnen. Der feine \u201eHerr Bundespr\u00e4sident\u201c sollte mit lobenden Worten eine documenta15 er\u00f6ffnen, die sozialer, politischer, verantwortungsvoller, queerer als ihre Vorg\u00e4nger daherkommt. Eine documenta15, die in den krisengesch\u00fcttelten Zeiten Hoffnung gibt, die Vorurteile aufbricht, neue Werte aufzeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch statt Lob gab es Belehrungen. <em><a href=\"https:\/\/www.kulturrat.de\/presse\/pressemitteilung\/documenta-fifteen-verantwortung-bleibt-verantwortung-laesst-sich-nicht-outsourcen\/\">\u201eVerantwortung l\u00e4sst sich nicht outsourcen\u201c<\/a><\/em>, sagte Steinmeier in Richtung des indonesischen Kuratorenteams. Er sprach zur Er\u00f6ffnung aus, was viele dachten: Die offenen, experimentellen Strukturen haben das Problem erst verursacht. Die documenta15 ist chaotisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann ist da noch die Kunst, die K\u00fcnstler:innen, die sozialen Initiativen, Kunst -Kollektive, die sich \u00fcber die Stadt verteilt haben. Die Kunstschauenden erkennen sie an ihrem B\u00e4ndchen oder dem documenta-Shirt. Sie \u00fcbersetzen weiterhin ihre Kunst im Kassler Stadtraum, reden mit den Besucher:innen \u00fcber ihre Kunst, ihr Anliegen und auch \u00fcber die antisemitischen Vorf\u00e4lle. Die documenta15 ist k\u00fcnstlerisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch gegenw\u00e4rtig stehen alle unter Generalverdacht. Sie sind ein Teil dieser \u201eKunstmesse der Schande\u201c, eine der S\u00e4ulen dieser Antisemita15. \u201eSo habe ich mir das nicht vorgestellt. Ne, wirklich nicht\u201c, sagen sie vielleicht. Seit Jahren nutzen sie ihre Kunst, um die Welt oder wenigstens ihre Nachbarschaft ein kleines bisschen besser zu machen und jetzt sind sie Teil des antisemitischen Problems, der Auguisstall, wie ein FAZ &#8211; Leserbrief die gesamte Lumbung Blase nannte, das B\u00f6se.<\/p>\n\n\n\n<p>Die documenta ist b\u00f6se.<\/p>\n\n\n\n<p>Was denken die K\u00fcnstler:innen, die eingeladenen Kunstschaffenden? Sie, die nach einem neuem Kunstbegriff suchen, einer Kunst -Theorie, einer Praxis jenseits des Kunst-Jetsets der von Biennale zu Biennale jagt, jenseits vom Kunstm\u00e4zenatentum und Genie-Verehrungen ( )? Ja, was denken sie?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besucher:innen der documenta treffen in Kassel auf K\u00fcnstler:innen, die Kunst und Leben nie getrennt voneinander sehen, f\u00fcr die die Kunst die Menschen begleitet, ein Teil von ihnen ist. Sie reden von einer sozialer Kunst, die unterst\u00fctzt, hilft, rettet, aufkl\u00e4rt, Wissen generiert, vermittelt, speichert, lehrt oder einfach nur zuh\u00f6rt. K\u00fcnstler:innen, die sich nicht als letzte Generation begreifen m\u00f6chten, sondern sich aktiv um die Belange der Menschheit k\u00fcmmern. Sie sprechen von der Kunst und vom Klimaaktivismus. Sie sagen: Wir sind die documenta15. Vielleicht sind wir nicht die Guten, aber ganz sicher sind wir nicht die B\u00f6sen. Die documenta15 ist gespalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besucher:innen, die sich selber ein Urteil bilden wollen, sind ebenso gespalten. Zum Einen sollte Antisemitismus nirgends einen Platz haben und gerade in Deutschland sollten wir sensibel auf die Symbole reagieren. Hier war das Kuratorenteam sicher fahrl\u00e4ssig, bewusst oder unbewusst, die antisemitische Symbolsprache h\u00e4tte nicht sein m\u00fcssen. Zum Anderen sehen die Besucher:innen eine documenta, die sich gerade gegen Rassismus, Ethnozentrismus und auch Antisemitismus einsetzt, ihre Kunst daf\u00fcr gebraucht, zu verbinden und nicht zu trennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende rattert es im kleinen Besucher:innen Hirn. Die Kunstgucker verwirrt. Auf der documenta wird ein neuer Kunstbegriff verhandelt. Die Gefahr ist sicher, dass die scharfe Trennung der K\u00fcnstler:innen und Kurator:innen dieser documenta zum etablierten Kunstmarkt, zur Jetset Kunstszene, die Spaltung innerhalb der Kunst, aber auch der Gesellschaft nur noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie es auf dieser documenta schwer ist, gut und b\u00f6se voneinander zu trennen, so scheint sie in ihrem Dualismus von Gut und B\u00f6se fast ein Spiegelbild unser Gesellschaft, der gesamten Menschheit zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem &#8211; auch wenn in diesen Zeilen wenig \u00fcber die Kunst berichtet wird, die auf der documenta15 zu sehen ist &#8211; empfehle ich hinzufahren, sich selber mit der Kunst auf der documenta zu besch\u00e4ftigen. Ich hatte gerade zweieinhalb wundervolle Tage in Kassel. Tage voller Kunst, Gedanken und Gespr\u00e4che \u00fcber die Kunst. Reiche Tage. Weil es f\u00fcr mich wenig besseres gibt, als mit lieben Menschen Kunst gucken und \u00fcber Kunst zu debattieren.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links zum Weiterlesen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/documenta-fifteen.de\/\"><strong>documenta15 <\/strong><\/a>&#8211; Internetauftritt, Tickets, K\u00fcnstler:innen<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Letzte_Generation_(Aktionsgruppe)\">Die letzte Generation<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/feindbild-werden-wolfgang-ullrich-neo-rauch-anbraeuner\">Kunst-Jetset trifft auf Kunsttheorie<\/a> &#8211; <\/strong>Artikel in der Monopol \u00fcber einen Streit zw. Neo Rauch und Wolfgang Ulrich<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=T-GJ1GzmBiY\">Antisemitismus in der Kunst<\/a><\/strong> Podiumsdiskussion veranstaltet von der documenta  und der Bildungsst\u00e4tte Anne Frank <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/documenta-und-judenhass-steinmeier-eroeffnet-kunstmesse-der-schande-80439224.bild.html\"><strong>Kunstmesse der Schande<\/strong> <\/a> Die BILD stellt das diesj\u00e4hrige  Kuratoren Team auf der documenta als antisemitische Terrorgruppe dar. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunstmesse der Schande (BILD), Antisemita 15 (Spiegel), Documenta der Verschlagenheit (FAZ). Nach den j\u00fcngsten antisemitischen Vorf\u00e4llen auf der angesehenen Kunstschau schlagen die Herzen der Presse alle im gleichen Takt. 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