{"id":4661,"date":"2025-03-02T10:25:15","date_gmt":"2025-03-02T09:25:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tatwortimnetz.de\/Kunst\/?post_type=tribe_events&#038;p=4661"},"modified":"2025-04-24T11:36:46","modified_gmt":"2025-04-24T09:36:46","slug":"marc-chagalls-bildsprachen","status":"publish","type":"tribe_events","link":"http:\/\/www.tatwortimnetz.de\/Kunst\/event\/marc-chagalls-bildsprachen\/","title":{"rendered":"Marc Chagalls Bildsprachen."},"content":{"rendered":"<p>Mit \u00fcber 120 Gem\u00e4lden, Zeichnungen und Grafiken geht die Ausstellung den sch\u00f6pferischen Paarungen und Verflechtungen zwischen Bildender Kunst und Literatur im Schaffen von Marc Chagall nach. Der amerikanische Schriftsteller Henry Miller nennt ihn einen \u201eDichter mit den Fl\u00fcgeln eines Malers.\u201c<\/p>\n<p>Der Malerpoet Chagall schreibt mit Anfang 30 seine Autobiografie \u201eMein Leben\u201c und versieht das Werk mit Illustrationen, die ein humorvoll z\u00e4rtliches Bild seiner wei\u00dfrussischen Heimat und seiner Verwandten zeichnen.<\/p>\n<p>Er malt zeitlebens mit Worten und Kl\u00e4ngen und nutzt die Bildlichkeit der Sprache. Seine jiddische Muttersprache ist oftmals Inspirationsquelle f\u00fcr Motive seiner Gem\u00e4lde. So stellt der mit dem K\u00fcnstler befreundete Schriftsteller Leo Koenig fest: \u201eChagall sieht mithilfe<i> der<\/i> oder <i>durch<\/i> die jiddische Sprache.\u201c<\/p>\n<p>Der schreibende und dichtende Maler Chagall steht in sch\u00f6pferischem Dialog mit gro\u00dfen Schriftstellern. So illustriert er in seiner franz\u00f6sischen Wahlheimat Mitte der 20er Jahre die russische Provinzposse \u201eDie toten Seelen\u201c von Nicolai Gogol. Die Fabeln des franz\u00f6sischen Dichters Jean de la Fontaine erhalten in seiner Bildregie eine Frische und Unmittelbarkeit, die vergessen macht, dass sie bereits von zahllosen K\u00fcnstlern vor ihm illustriert wurden.<\/p>\n<p>Aus dem amerikanischen Exil kehrt der K\u00fcnstler 1948 wieder nach Frankreich zur\u00fcck und entdeckt die Seine-Metropole in einem grandiosen Bildzyklus noch einmal neu f\u00fcr sich und seine Kunst. Mit \u201ePo\u00e8mes\u201c realisiert er 1968 ein Gesamtkunstwerk aus Text und Bild, indem er zu eigenen Gedichten farbige Holzschnitte schafft. Chagalls Bilder lassen Themen und Motive aufscheinen, die auch in seinen Gedichten umkreist werden, doch die Bilder illustrieren nicht seine Texte. Beide Kunstformen sind seinem Verst\u00e4ndnis nach komplement\u00e4r, erg\u00e4nzen sich wechselseitig in sch\u00f6pferischem Dialog: \u201eIch male vielleicht, weil dies die Worte ersetzt, die mir fehlen\u201c, schreibt er dem befreundeten Schriftsteller und Publizisten Jean Paulhan.<\/p>\n<p>Neben zahlreichen gro\u00dfformatigen Gem\u00e4lden in opulenter Farbigkeit werden unter anderem auch \u00fcber vierzig Entwurfsskizzen Chagalls gezeigt, die noch nie \u00f6ffentlich zu sehen waren. Die Werke erlauben intime Einblicke in die Arbeitsweise dieses gr\u00f6\u00dften Farbvirtuosen des 20. Jahrhunderts. So lockt die Pr\u00e4sentation mit teils unbekannten Facetten des vermeintlich weltbekannten K\u00fcnstlers.<\/p>\n<p>Die ausgestellten Werke Chagalls aus \u00fcber 40 Schaffensjahren machen sichtbar und erfahrbar, dass er zeitlebens mit dem Pinsel schrieb und mit Worten malte. Text und Bild sind die zwei unentbehrlichen Ausdrucksformen, in denen sich seine hellsichtige Vision der Welt in immer neuen Bild<i>sprachen <\/i>konkretisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit \u00fcber 120 Gem\u00e4lden, Zeichnungen und Grafiken geht die Ausstellung den sch\u00f6pferischen Paarungen und Verflechtungen zwischen Bildender Kunst und Literatur im Schaffen von Marc Chagall nach. 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