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Leipziger Museen ab 2024 mit freiem Eintritt

Im August schrieb die Monopol über horrende Eintrittspreise in Museen. Das Guggenheim in New York 30 Dollar, Metropolitan Museum ebenfalls, das Art Institute in Chicago nimmt sogar 32 Euro für eine Eintrittsticket.

Zu Recht fragte das Magazin, ob ein Museum noch ein sozialer Raum sein kann, wenn sich der Eintritt in Sphären bewegt, die sich nur noch wenige leisten können.

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Nudes – Heute ist schon anders.

10.11 -14.04 Nudes. LWL-Museum für Kunst und Kultur. 

Nackt. Nude. Eine Erfahrung durch die Ausstellung? Meine erstes Posting zur Ausstellung wurde wieder gelöscht. Auf Instagram. Es war zu nackt. 2023 ist nicht 1993. Vor dreißig Jahren fühlte sich nackt anders an. Mehr in Ordnung. Aber 2023 ist nicht das nackte 1993.

Nackt. Nude. „Weißt du noch, als wir damals nach der Sputte zum Kanal fuhren und betrunken bei Mondschein schwammen?“ 
„Nackt?“ 
„Ja, natürlich nackt. Zum Feiern nimmst du keine Badekappe mit.“ 

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Nautische Mythen in der Kunsthalle

9.12-10.3 When Disaster Strikes. Dominique White. Kunsthalle Münster

When Disaster Strikes. Dominique White erzählt von den nautischen Mythen der Schwarzen Diaspora. Sie erinnert durch Material und Form an Verschleppung, Versklavung, unzählbaren Mord. Sie erinnert an das Böse, „was sprachloses Entsetzen verursacht, wenn wir nichts anderes mehr sagen können als: Dies hätte nie geschehen dürfen.“

When Disaster Strikes. Ohne Kontext sahst du vielleicht das zerrissene Tuch, den Fangkorb, die Netze, rostendes Eisen, Harpunen? Rätst Mittelmeer, Fluchtrouten, überflutete Tunnelsysteme? Oder vergessene Unterwasserwelten?

Wo Arme sich quälen, ertrunkene Ahnen zählen, ahnst du überall unzählbar-ertrunkene Seelen.

Keine Ahnung, warum dich das alles berührt? Und ob dich das überhaupt berührt?

„Shipwreck(ed)“? Die Londoner Künstlerin Dominique White verschränkt Theorien der Black Subjectivity, des Afropessimismus und der ‚Hydrarchie‘ mit den nautischen Mythen der Schwarzen Diaspora. „Shipwreck(ed)“ nennt sie das.

International werden Dominique Whites Ausstellungen gegenwärtig hochgelobt. Preise, Preise, Preise und die Zeitschrift CURA hat sie zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit gewählt.

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Fluchtpunkt Kunst oder Kunst geht nicht mit Eisfüßen.

19.10-10.12.2023. Mariës Hendriks und Gerard Koek. A Gathering of Pauses. Haus der Niederlande.

Weihnachten in der Innenstadt, verloren zwischen Glühweinstand und Bratwurstbude.

„Entschuldigung, darf ich mal?“ „Nein. Sie dürfen nicht.“ „Aber…“

Da suchst du schnell einen Ort zum Durchatmen. Einfach nur Runterkommen. Und wer nicht sofort das Weite sucht, kann es ja mal mit den einschlägigen Kunstorten versuchen. Im Haus der Niederlande oder in der Dominikaner Kirche ein bisschen Kunst gucken, sich aufwärmen, vielleicht ein Schwätzchen mit der Aufsicht halten, bevor es weitergeht. Aber Achtung! Die Mitnahme von Bratwurst im Brötchen und Softdrinks ist untersagt und Hunde gehören hier nicht her.

Im Haus der Niederlande kannst du alter Kunstgucker dann noch mal schnell eine Ausstellung der beiden niederländischen Kunstschaffenden Mariës Hendriks und Gerard Koek mitnehmen. „A Gathering of Pauses“ heißt sie und ich überlegte die ganze Zeit, was das heißen soll. Eine Ansammlung Pausen? Ich weiß es nicht.

Wissen Sie noch, wann Sie das letzte Mal bei einem Bild, einem Text, einer Musik, einem Film oder vielleicht sogar bei meiner Performance vor Leidenschaft in Tränen ausgebrochen sind? Wann hat sie das letzte Mal die Kunst oder ähnliches wie Kunst richtig mitgenommen?

Bei mir war es Winnetou III. Ich saß vor meinem Schneider Kassetten Rekorder und Winnetou starb fast in meinem Armen. „Nscho-tschi.“ „Winnetou.“ „Winnetou.“ „Nscho-tschi!?“ „Old Shatterhand?“ „Winnetou?“ „Winnetou!“ „Ich brach in Tränen aus. Winnetou starb in meinem Armen, später starben noch Kate Winslet, Lady Di und Sean Penn in Dead Man Walking. In meinem Armen. Alle.

Im Haus der Niederlande weinte ich nicht.

Ich meine ja nur:Wann haben Sie das letzte Mal bei einer Ausstellung geweint, also wegen den Objekten? Kann man doch fragen? Ich hatte dann auch wieder warme Füße.

Und ich fand die Ausstellung auch nicht doof. Ehrlich gesagt, hat sie mich einfach nicht berührt. Paar Bilder an einer Stellwand. Die Stellwände sind schwierig. Die Malerei erinnerte mich an „Malen nach Zahlen“. Aber, wie gesagt, es ging um meine Füße und Winnetou III. Da gucken Sie lieber selber.

Nscho-tschi!“ „Winnetou?“ „Winnetou.“ „Nscho-tschi.“ „Stirbst du jetzt?“ „Ja.“ „Echt? Nein, bitte.“ „Okay.“ „Was?“ „Doch.“ „Winnetou.“ „Nscho-tschi.“ „Jetzt.“ „Ahhhh…““Winnetou. Neiiinnn.“

Super war das. Mit zehn.

Später las ich, dass die Beiden gut im Geschäft sind, also Mariës Hendriks und Gerard Koek. Winnetou natürlich auch und der in der Dominikaner Kirche sowieso. Vielleicht lag es an meinen kalten Füßen. Am Besten machen Sie sich selber ein Bild. Zwischen den nächsten beiden Glühweinbecher.

Aber dran denken: Im Haus der Niederlande ist kein Öffentliches Klo. Auch nicht in der Dominikaner Kirche. Dort nur für Eingeweihte und das sind Sie nun wirklich nicht, oder?

Gerard Koek

Mariës Hendriks

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18.11.-23.12. fou foto 2023. yesterday`s feelings. cuba Foyer.

Am Samstag eröffnete „fou foto 2023“ im cuba. An die gemeinsame Ausstellung 2013 erinnere ich mich. Spannend zu sehen, wie sich Dinge entwickelt haben.

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Killy Me Softshell

4.11–3.12 Konstitutiv der Möglichkeiten. Killy Me Softshell. FAK – Förderverein Aktuelle Kunst

Ihre Artefakte heißen Eiermann & Pille, Vasektomie im Wartezimmer oder Sprechstunde. Es geht also um die Abteilung Gesundheit in der Rauminstallation der beiden Künstlerinnen aus Düsseldorf.

Guckt der oder die Neugierige vorher mal, was bisher im Kunstkosmos über das Konstitutiv der Möglichkeiten geschrieben wurde, liegen die Erwartungen hoch.

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Nackt. Nude. Wenn der Schlüpfer zum Problem wird.

10.11-14.04. Nudes. LWL-Museum für Kunst und Kultur.

Nackt. Nude. Meine erstes Posting wurde wieder gelöscht. Es war zu … nackt. 2023 ist nicht 1993. Vor dreißig Jahren fühlte sich nackt anders an. Mehr in Ordnung. Aber 2023 ist nicht das nackte 1993.

„Weißt du noch, als wir damals nach der Sputte zum Kanal fuhren und betrunken bei Mondschein schwammen?“

„Nackt?“

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28.10 – 28.1. RADAR: Hafiza Qasimi. „Courage to Live“. Westfälischer Kunstverein.

Dieses Mal hat der Westfälische Kunstverein und das LWL Museum für Kunst und Kultur Hafiza Qasimi auf dem RADAR. „Radar“ steht dabei seit 2015 für die Sichtung anregender – sprich spannender Kunstproduktionen. So ungefähr die eigene Beschreibung.

Die Afghanin Hafiza Qasimi floh letztes Jahr aus ihrer Heimat. Als Frau, als Künstlerin, als Mensch konnte sie in ihrem Land nicht mehr länger leben. So wichtig ihr Thema.

So schlimm auch, dass die Themen nur noch kurze Halbwertzeit haben. Täglich neue Krisen, Kriege, Sorgen, Ängste, Abstiege. Die Augen weit aufgerissen, im Panikmodus durch den Alltag. So weit so unnormal. Ne normal.

Ich kann verstehen, dass viele abschalten. So weit so normal. Ne, unnormal.

Aber klar: Auch kacke dieses Wegschauen, aus- oder umschalten. Die CDU empfiehlt: Abkommen mit Drittländern. Wegschicken. Geht auch. Natürlich alles im Rahmen (der sagen wir „Menschenrechte“)

Das hat hier nichts zu suchen. Tagespolitik und Kunst. Aber die Kunst hat angefangen. Trotz der kurzen Halbwertzeit. Es ist schwer still zu bleiben. Auch nicht gut.

Den Saaltext von Marianne Wagner LINK in Bio.

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Punkt, Punkt, Komma, Strich. Fertig ist das Mirógesicht.

30.9-21.1 Tàpies/Miró – Welt auf Papier. Kunstmuseum Pablo Picasso.

Freitag, 27. Oktober. 16 Uhr. Ich bin im Picasso Museum. Man zeigt u.a. Miró. Woran denken Sie, wenn Sie „Miró“ hören? Also neben Künstler und Kunst? Vielleicht an Italienische Eisdielen? Oder Zahnarztpraxen-Wartezimmer? Oder an die dunklen Flure der örtlichen Verwaltung? Miró Kunstdrucke neben Nummernautomaten neben Yucca-Palmen neben eingefallenen Menschen, die warten, hoffen, beten, trauern?

Armer Miró. Heute hat sich schon viel in den Wartezimmer getan (keine Miró-Kunstdrucke). Aber wenn sich erst einmal eine Vorstellung gebildet hat, wird es schwer den Kahn umzudrehen, das Schiff umzubenennen. Wenn das Sein erst einmal das Bewusstsein so richtig bestimmt hat, kann das Bewusstsein schön still bleiben.

Also: Miró-Kunstdrucke haben mir vielleicht für immer Miró Papier-Arbeiten verleidet? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Dabei ahne ich, dass ich mich mit meinem Miró irre. Miró ist mehr als Punkt, Punkt, Komma, Strich. Fertig ist das Mondgesicht. Ein bisschen brauche ich aber noch für meinen Miró. Aber dann, dann kauf mir ne Tasse. Wenigstens.

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How Do You Want to Feel Today? Kein Ahnung.

15.10-12.11. Marie Heleen Samrotzki.How Do You Want to Feel Today? Stadthausgalerie.

Donnerstag, 19. Oktober 15 Uhr. Stadthausgalerie Münster. Ein grünes Licht blendet mich.

Die Kunsthalle zeigt an ihrem neuen innerstädtischen Außenposten die Ausstellung How Do You Want to Feel von Marie Heleen Samrotzki.

Ein großes weißes Plakat im Eingangsbereich erklärt: „In How Do You Want to Feel Today? vermischen sich Körper, Text und Sound zu einer raumgreifenden Komposition aus Trance, Hörsturz, Meeresrauschen.“ Mehrere große Monitore zeigen Personen, die Übungen machen. Zuerst vermutet ich, dass das was für Seele, Geist, Gesundheit ist.

Ein grünes Licht blendet mich.

Auf einem großen, weißen Plakat lese ich später, sie machen in abstrahierter Form-, Alltag-, Arbeits-, Konsum-, und Healing-Bewegungen. Auch gut.

Aus einem Boxenturm, den man eher auf einem Festival erwartet, kommt Experimentelles, Geräusche, Stimmen. Der Turm beschallt die Stadthausgalerie, aber vor allem eine Tanzfläche mit Münster-Logo, die durch vier Traversen, wie du sie aus dem Club- und Konzertalltag kennst, eingezäunt wird. Das große weiße Plakat sagt: Der Sound regt „eher zum Herausrennen als zum Verweilen an.“

Das ist richtig, denke ich und gucke mitleidig auf einem Mitarbeiter der Ausstellung. Er sitzt in einer Ecke auf einem Stuhl und guckt auf die gegenüberliegende Wand. Es ist ein sehr trauriges Bild. Ich überlege, ob ich etwas zu ihm sagen soll, entscheide mich dann aber doch dagegen.

An der Tür liegt ein Karton mit einem Zine, Es sind die Texte, die durch den Boxenturm, schallern. Das große weiße Plakat sagt: Es sind Textfragmente, Aussagen einer Sicherheitsfirma, Textstellen aus Douglas Coplands Roman Generation X, Zeilen der Künstlerin.

Ein grünes Licht blendet mich.

Ohne mein großes weißes Plakat hätte ich mit der Ausstellung wenig anfangen können. Ohne Kontext wird es schwer. So auch…

Ein grünes Licht blendet mich.

Aber nicht doof schwer. Tatsächlich habe ich was ganz anderes erwartet. Mehr subjektive Betroffenheit. Die sehe ich dann aber gar nicht. Ein grünes Licht blendet mich. Es gehört einer Sicherheitsfirma, die uns 24/7 im Auge hat. Sie sehen dich. Ja, Ich finds geil. Oder geilo. Aber … ich bin auch geblendet.