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19.7-26.9 Yeri Kang. Im Rhythmus der Ordnung: Form des Ursprungs. Wewerka Pavillon

In der traditionellen koreanischen Philosophie wird die Welt nicht als statisch, sondern als ein ständiger Prozess von Entstehung, Veränderung und Erneuerung verstanden. Dieses philosophische Fundament erklärt, warum die koreanische Kultur gesellschaftliche und technologische Umbrüche extrem schnell adaptiert. Wandel wird nicht als Bedrohung gesehen, sondern als natürlicher Zustand der Erneuerung.

Yeri Kang hat ostasiatische Kunst in Korea studiert und sich anschließend für ein Studium der Freien Kunst in Münster entschieden.

Ihre Installation ist ein räumliches Gefüge aus Holz und Keramik, in dem geometrische Formen (Dreieck, Quadrat, Sechseck und Kreis ), organische Bewegungen (Jahresringe, Wellen) und materielle Spuren (CNC Fräse, digitaleVerarbeitung, Holz, Keramik) in einen Dialog treten.

Die Installation erlaubt Reflexionen über Zeit und Raum, über linear und zyklisch, statisch und prozesshaft.

Schon Anfang des Jahres war ich von der handwerklichen Qualität ihrer Arbeiten beeindruckt (siehe Bild Nr. ). Mit der Installation „Im Rhythmus der Ordnung: Form des Ursprungs“ kann ich ihre Kunst für mich auch inhaltlich einordnen.

Also: Das ist wirklich eine sehr gute Arbeit. Allerdings – und das ist eine freundliche Kritik – finde ich nicht, dass sie besonders gut in den Pavillon passt. Ich sehe nicht, dass „ Im Rhythmus der Ordnung“ als Rauminstallation zwingend für den Pavillon konzipiert wurde. Da hätte es viele Orte gegeben, die ich spannender gefunden hätte.

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22.8-20.9. 2026 Vasil Berela. Paradise Belongs to You. FAK Münster

Das FAK zeigt eine Ausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Vasil Berela (*1986). In seiner raumgreifenden Installation: Ein toter Mann auf der Straße, neben ihm sein Hund. Eine verendete weiße Maus liegt in ein paar Schritte weiter. Die weiße Linie der Straßenmarkierung ist gnadenlos über die Maus hinweggerollt. Außerdem ein Postkasten mit einer weißen Taube. Ein Video zeigt eine Autofahrt durch die Nacht. Ein Traum?

Auf jeden Fall wirkt alles sehr real. Betrittst du den Raum, denkst du zuerst an eine Performance, möchtest dem Mann die Nasenhaare anstupsen, um zu gucken, ob er sich rührt. Machst du natürlich nicht. Er rührt sich auch nicht.

Auf jeden Fall: Lässt du dich darauf ein, erlebst du Vasil Berelas Installation als eine sehr berührende, intensive Ausseinandersetzung mit der Welt. Sicherlich weil die Arbeit handwerklich top ist, aber auch weil Inhalt und Form einfach passen.

„In seinen Arbeiten öffnen sich innere Landschaften, Orte des Rückzugs und der Flucht. Sie suchen gleichzeitig Bewegungen der Seele: Zaghafte Versuche, einen Zustand jenseits des Sichtbaren zu erreichen, ein Moment der Transzendenz, in dem Erinnerung, Schmerz und Hoffnung verschmelzen.“

https://vasilberela.de/about.html

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Armin Mueller-Stahl auf Schloss Moyland

17.5.–20.9.2026 Armin Mueller-Stahl. Nacht und Tag auf der Erde. Schloss Moyland

Night on Earth ist ein sehr guter Film. Ein Episodenfilm von Jim Jarmusch. Zu Beginn meines Studiums fuhr ich Taxi und zur Weihnachtsfeier guckten wir in der Firma immer Night on Earth, aßen Grünkohl und feierten die Taxifahrer in New York, Paris, Rom, Helsinki oder LA zusammen mit einer Menge Alkohol. Armin Müller-Stahl ist der New Yorker Fahrer Helmut aus der ehemaligen DDR. Er ziemlich verloren in New York, spricht kaum englisch und ist liebenswert naiv.

https://moyland.de/ausstellungen/armin-mueller-stahl-nacht-und-tag-auf-der-erde

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21.6-4.10 Manifesta 16 – Ruhr. Duisburg, Bochum, Essen, Gelsenkirchen.

Liebe deine Stadt und deine Pantoffelkirche. In vier Städten im Ruhrgebiet ist die 16. Manifesta zu Besuch und will die Kirche im Dorf lassen.


Und alle so: „Oh Manifesta.“ Aber ich kannte bis vor Kurzem die nomadische Kunstbiennale gar nicht, was nichts heißt, weil ich vieles nicht kenne.
In vier Städten im Ruhrgebiet gucken Kunstschaffende auf tausende verwaiste Kirchen, die überall herumstehen und fragen, was man mit den Bauten machen kann, was es auch für die Gesellschaft bedeutet, eine Kirche als vielleicht Mittelpunkt im Viertel zu haben. Und siehe: Man kann viel machen.
Auch wenn wir von den zwölf bespielten Kirchen nur ein Drittel in zwei Tagen besuchen konnten, habe ich meinen Höhepunkt: Havîn Al-Sîndy. How to Carry a Locust (Wie eine Heuschrecke getragen wird) in der St. Josef, Gelsenkirchen.

https://manifesta16.org

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Ganz ruhig, Freundchen. Ganz ruhig.

Gerhard Richter, Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel, 2018

Material: Magnetischer Mikroprozessor, Metallkugel, Stahlkette, Charronring, Steinplatte, Spiegel
Metallkugel: ø 22 cm, 48 kg, Spiegel: je 6 x 1,34 m
Standort: Dominikanerkirche, Salzstraße 10, 48143 Münster
Öffnungszeiten: Mi – So 11 – 18 Uhr

Ganz ruhig, Freundchen. Ganz ruhig.

In Zeiten von Angst und Panik, in Zeiten, in denen Du vor dem Einschlafen lieber unters Bett schaust, in Zeiten, wo Du nichts und niemand Gutes da draußen erwartest, in Zeiten, in denen Du lieber gar keine Nachrichten liest, schaust, hörst, anstatt dauernd nur schlechte Nachrichten.

In solchen ziemlich dummen Zeiten kann so ein Besuch der Dominikanerkirchen helfen. Einfach mal – ganz ruhig, Freundchen, ganz ruhig, einen wegpendeln. Rechts und links und vor und zurück und so und so weiter, und so weiter, immer weiter. Das tut gut. Oh, wie gut das tut. Mhhh….Oh.. Lecker. Und dann ist oft schon besser

https://www.kunsthallemuenster.de/de/sammlung/gerhard-richter-zwei-graue-doppelspiegel-fur-ein-p

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2.11-8.3 Barbara Hepworth. Art & Life. Picasso Museum

Ich sag immer: Jeder so, wie er kann.
Zu meiner Schulzeit hatte ich, kurz bevor das Elend ein Ende nahm, Projektwochen. Wir sollten uns an einer Skulptur versuchen. Kunst machen.

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6.9-14.2 NIKI. KUSAMA. MURAKAMI. LOVE YOU FOR INFINITY. Sprengel Museum Hannover.

„…Ich bin davon überzeugt, dass diese Schau ein großer Publikumsmagnet sein wird und weit über die Grenzen Hannovers hinaus wahrgenommen wird.“ (Der Bürgermeister)

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7.12-6.4 Affinities. Neue Begegnungen in der Sammlung der Kunsthalle Recklinghausen.

Münster. RE 2. 10:25 (10:27) –10:54 (10:56). Dauer: 29min. Das ist doch super. Die Kunsthalle ist, recht unscheinbar, direkt am Bahnhof.

Affinities. Der Abschluss des Jubiläumsjahrs. 75 Jahren Kunst – mit den Jahren sammelt sich da so einiges an. Das wird jetzt rausgeholt.
Soloausstellungen, die Ruhrfestspiele und ihre Verstrickungen, Gruppenausstellung, der Kunstpreis „junger Westen“. Da ist der Keller schnell voll. Und dann wird geguckt, wie das alles in Verbindung steht und vielleicht noch einen tieferen Sinn hat und macht.

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19.9-1.1 Pascale Feitner. Exoskelett. Projekt Hafenweg 22

Es ist eine Libelle. Die Westliche Weidenjungfer. Also ein Flügel, der sich über die vier Etagen der 22 zieht. Die Westliche Weidenjungfer ist fast nicht mehr im Hafen zu finden. Verdrängung.


Als Gentrifizierung wird die Verdrängung einkommensschwacher Haushalte durch einkommensstarke Haushalte in innerstädtischen Quartieren bezeichnet. Das hat aber mit der Libelle gar nichts zu tun, ich mach mir erst einmal keine Sorgen, die Libelle an sich ist älter als der Dinosaurier.

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26.9-18.1 Kirchner. Picasso. LWL-Museum für Kunst und Kultur

Äh… Yeah. Malerei, Lithografie, Zeichnungen und Bildhauerei von Ernst Ludwig Kirchner und Pablo Picasso in einer Kooperation des LWL und des Kirchner Museums in Davos.


Brücke Künstler Kirchner, knapp anderthalb Jahre älter als der Mister Super-Lover, und Picasso erlebten beide mit Mitte Dreizig den ersten Weltkrieg. Kirchner konnte ihn nur mit einem Haufen Alkohol und Schmerzmittel ertragen. Zwei Monate stand er im Kasernenhof, dann spukte ihn das Militär krank und depressiv wieder aus. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er nicht mehr. 1938 nahm er sich das Leben, wohl auf Grund seiner Morphiumsucht, die er nicht in den Griff bekam.