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12.9-21.11 We Are The White Rabbit. Kunstverein Hase 29 Osnabrück.

Mit Azim F. Becker, Theresa Rothe, Veronika Simmering und Spasi Sohrani

One pill makes you larger // And one pill makes you small // And the ones that mother gives you // Don’t do anything at all // Go ask Alice // When she’s ten feet tall

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14.10-17.12 Anton Schmutzler. Having a moment. Wewerka Pavillon

„Ach guck, da steht n Auto im Pavillon.“

Anton Schmutzler beschreibt seine künstlerische Praxis als soziale und emotionale Ausgrabungsstätte. In der Ausstellung „having a moment“ untersucht er Situationen, in denen menschliche Präsenz nicht unmittelbar erscheint, sondern sich über Spuren, Gegenstände und räumliche Setzungen vermittelt.

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Gerhard Richter. Strich (auf Blau) und Strich (auf Rot). LWL Museum (Kunst am Bau/ Soest)

Die Gemälde Strich (auf Blau) und Strich (auf Rot) entstanden 1979/80 im Rahmen eines „Kunst am Bau“-Projekts an einer Berufsschule des Kreises Soest. Sie verhandeln im monumentalen Format zentrale Fragen in Gerhard Richters (* 1932) Auseinandersetzung mit der Malerei. Ausgangspunkt sind Pinselstriche, die er auf Kartons ausführte; diese fotografierte er, projizierte sie mittels Farbdias vergrößert auf die Leinwand, übertrug die Form und arbeitete sie malerisch aus. Die Bilder zeigen nichts Spezifisches, sondern die Geste des Malens in Gestalt eines einfachen Pinselstrichs. Als Konsequenz aus der Vergrößerung wirkt der Strich aus der Distanz zwar als klare Form, aus der Nähe jedoch zerfällt er in einzelne Farbflecke. Der Blick richtet sich so auf das Medium selbst und auf die Bedingungen, unter denen Wahrnehmung zustande kommt.

Abgesehen davon, dass es ein oder zwei Werke des superduper Gerhard Richter sind, wurden die Bilder gamz schön in den Raum geschossen. Ist aber auch nicht leicht, eine 20m Wand zu finden. Vielleicht muss man auch nicht alles hängen?

LWL Museum || Gerhard Richter

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10.10-24.1. Euridice Zaituna Kala. Daylighting: aber es ist Wasser, das spricht. Kunsthalle Münster

Es gibt wieder einen sehr guten Erklärtext zur Ausstellung. Den Text findet ihr hier.

Unter anderem schreibt Kuratorin Merle Radke: „Die Geschichten gehen aus Dialogen mit Vorfahren hervor, dekolonialen Lesarten und dem Konzept des dérive – einem absichtslosen Umherschweifen durch die Stadt als geformtem Raum.“

Wie großartig! Dérive! Da schlendert „man“ jahrelang absichtslos umher und auf einmal entdeckst Du: „Du bist nicht alleine. Dein bekifftes Rumgetrampel ist eine Kulturtechnik.“ Du bist, nein, ich bin elektrisiert.

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25.9-17.10 Daniel Richter x George Grosz. Krieg & Konfitüre. Gustav-Lübcke-Museum Hamm.

„Also… Hamm ist keine schöne Stadt. Sicher gibt es Menschen, die sich in Hamm zu Hause fühlen, vielleicht denkt sogar jemand, dass Hamm so eine Art Aschenpudel unter den Städten ist, im Sinne von „unter dem Asphalt der Strand“. Ich denke das nicht. Ich denke: Hamm ist keine schöne Stadt.“

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19.7-26.9 Yeri Kang. Im Rhythmus der Ordnung: Form des Ursprungs. Wewerka Pavillon

In der traditionellen koreanischen Philosophie wird die Welt nicht als statisch, sondern als ein ständiger Prozess von Entstehung, Veränderung und Erneuerung verstanden. Dieses philosophische Fundament erklärt, warum die koreanische Kultur gesellschaftliche und technologische Umbrüche extrem schnell adaptiert. Wandel wird nicht als Bedrohung gesehen, sondern als natürlicher Zustand der Erneuerung.

Yeri Kang hat ostasiatische Kunst in Korea studiert und sich anschließend für ein Studium der Freien Kunst in Münster entschieden.

Ihre Installation ist ein räumliches Gefüge aus Holz und Keramik, in dem geometrische Formen (Dreieck, Quadrat, Sechseck und Kreis ), organische Bewegungen (Jahresringe, Wellen) und materielle Spuren (CNC Fräse, digitaleVerarbeitung, Holz, Keramik) in einen Dialog treten.

Die Installation erlaubt Reflexionen über Zeit und Raum, über linear und zyklisch, statisch und prozesshaft.

Schon Anfang des Jahres war ich von der handwerklichen Qualität ihrer Arbeiten beeindruckt (siehe Bild Nr. ). Mit der Installation „Im Rhythmus der Ordnung: Form des Ursprungs“ kann ich ihre Kunst für mich auch inhaltlich einordnen.

Also: Das ist wirklich eine sehr gute Arbeit. Allerdings – und das ist eine freundliche Kritik – finde ich nicht, dass sie besonders gut in den Pavillon passt. Ich sehe nicht, dass „ Im Rhythmus der Ordnung“ als Rauminstallation zwingend für den Pavillon konzipiert wurde. Da hätte es viele Orte gegeben, die ich spannender gefunden hätte.

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22.8-20.9. 2026 Vasil Berela. Paradise Belongs to You. FAK Münster

Das FAK zeigt eine Ausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Vasil Berela (*1986). In seiner raumgreifenden Installation: Ein toter Mann auf der Straße, neben ihm sein Hund. Eine verendete weiße Maus liegt in ein paar Schritte weiter. Die weiße Linie der Straßenmarkierung ist gnadenlos über die Maus hinweggerollt. Außerdem ein Postkasten mit einer weißen Taube. Ein Video zeigt eine Autofahrt durch die Nacht. Ein Traum?

Auf jeden Fall wirkt alles sehr real. Betrittst du den Raum, denkst du zuerst an eine Performance, möchtest dem Mann die Nasenhaare anstupsen, um zu gucken, ob er sich rührt. Machst du natürlich nicht. Er rührt sich auch nicht.

Auf jeden Fall: Lässt du dich darauf ein, erlebst du Vasil Berelas Installation als eine sehr berührende, intensive Ausseinandersetzung mit der Welt. Sicherlich weil die Arbeit handwerklich top ist, aber auch weil Inhalt und Form einfach passen.

„In seinen Arbeiten öffnen sich innere Landschaften, Orte des Rückzugs und der Flucht. Sie suchen gleichzeitig Bewegungen der Seele: Zaghafte Versuche, einen Zustand jenseits des Sichtbaren zu erreichen, ein Moment der Transzendenz, in dem Erinnerung, Schmerz und Hoffnung verschmelzen.“

https://vasilberela.de/about.html

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Armin Mueller-Stahl auf Schloss Moyland

17.5.–20.9.2026 Armin Mueller-Stahl. Nacht und Tag auf der Erde. Schloss Moyland

Night on Earth ist ein sehr guter Film. Ein Episodenfilm von Jim Jarmusch. Zu Beginn meines Studiums fuhr ich Taxi und zur Weihnachtsfeier guckten wir in der Firma immer Night on Earth, aßen Grünkohl und feierten die Taxifahrer in New York, Paris, Rom, Helsinki oder LA zusammen mit einer Menge Alkohol. Armin Müller-Stahl ist der New Yorker Fahrer Helmut aus der ehemaligen DDR. Er ziemlich verloren in New York, spricht kaum englisch und ist liebenswert naiv.

https://moyland.de/ausstellungen/armin-mueller-stahl-nacht-und-tag-auf-der-erde

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21.6-4.10 Manifesta 16 – Ruhr. Duisburg, Bochum, Essen, Gelsenkirchen.

Liebe deine Stadt und deine Pantoffelkirche. In vier Städten im Ruhrgebiet ist die 16. Manifesta zu Besuch und will die Kirche im Dorf lassen.


Und alle so: „Oh Manifesta.“ Aber ich kannte bis vor Kurzem die nomadische Kunstbiennale gar nicht, was nichts heißt, weil ich vieles nicht kenne.
In vier Städten im Ruhrgebiet gucken Kunstschaffende auf tausende verwaiste Kirchen, die überall herumstehen und fragen, was man mit den Bauten machen kann, was es auch für die Gesellschaft bedeutet, eine Kirche als vielleicht Mittelpunkt im Viertel zu haben. Und siehe: Man kann viel machen.
Auch wenn wir von den zwölf bespielten Kirchen nur ein Drittel in zwei Tagen besuchen konnten, habe ich meinen Höhepunkt: Havîn Al-Sîndy. How to Carry a Locust (Wie eine Heuschrecke getragen wird) in der St. Josef, Gelsenkirchen.

https://manifesta16.org

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Ganz ruhig, Freundchen. Ganz ruhig.

Gerhard Richter, Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel, 2018

Material: Magnetischer Mikroprozessor, Metallkugel, Stahlkette, Charronring, Steinplatte, Spiegel
Metallkugel: ø 22 cm, 48 kg, Spiegel: je 6 x 1,34 m
Standort: Dominikanerkirche, Salzstraße 10, 48143 Münster
Öffnungszeiten: Mi – So 11 – 18 Uhr

Ganz ruhig, Freundchen. Ganz ruhig.

In Zeiten von Angst und Panik, in Zeiten, in denen Du vor dem Einschlafen lieber unters Bett schaust, in Zeiten, wo Du nichts und niemand Gutes da draußen erwartest, in Zeiten, in denen Du lieber gar keine Nachrichten liest, schaust, hörst, anstatt dauernd nur schlechte Nachrichten.

In solchen ziemlich dummen Zeiten kann so ein Besuch der Dominikanerkirchen helfen. Einfach mal – ganz ruhig, Freundchen, ganz ruhig, einen wegpendeln. Rechts und links und vor und zurück und so und so weiter, und so weiter, immer weiter. Das tut gut. Oh, wie gut das tut. Mhhh….Oh.. Lecker. Und dann ist oft schon besser

https://www.kunsthallemuenster.de/de/sammlung/gerhard-richter-zwei-graue-doppelspiegel-fur-ein-p