Kategorien
Allgemein

Wenn der Berg ruft

Daniil Shumikhin. Mountains for Münster. RADAR Projektraum zw. Westfälischen Kunstverein und LWL-Museum.

15. Juli 2023 – 8. Oktober 2023

Daniil Shumikhin zeichnet Berge. Und normalerweise zeichnet Daniil Shumikhin keine Berge sondern fotografiert, experimentiert mit post-sowjet Architektur. Berge stehen dort weniger im Vordergrund.

Von seinem Atelier im Speicher 2 hat Daniil Shumikhin eine hervorragende Aussicht auf den Hafen und seine Gegensätze. Hier der Kreativkai, drüben noch Spuren der alten Industrie.

Daniil Shumikhin fotografiert die Schutthalden des alten Hafens. Sie sind seine Berge. Schutthalden, Müllberge, der Abfall der Industrie, die Reste der Konsumgesllschaft. Es sind Symbole, dass etwas faul ist am ewigen Wachstums.

Kategorien
Allgemein

Tiefentspannt im Körpergrün

28.7-20.8 Susanne von Bülow und Inessa Emmer. Körpergrün. Ausstellungshalle Hawerkamp.

„Niemand kann zweimal in denselben Fluss steigen, denn alles fließt und nichts bleibt“, schrieb mal Heraklit, der alte Grieche. Und natürlich: Recht hat er. Um so wundervoller ist es, dass es Künstler:innen, Denker:innen, Menschen gibt, die die Uhren der grauen Herren mal für einen Moment anhalten, einen Blick in die Unendlichkeit wagen können.

Kategorien
Allgemein

Alla Zhyvotova im Wewerka

19.7-15.8 Something Missing. Alla Zhyvotova. Wewerka Pavillon

Passend zu den dystopischen Bilder aus zum Beispiel Griechenland, Waldbränden und Hitzerekorden hat die ukrainische Kunststudentin Alla Zhyvotova mit Something Missing ein dystopisches Szenario in den Glaskasten am Aasse entworfen.

Vertrocknete Skulpturen aus Erde warten darauf, dass sie über ein Schlauchsystem mit Wasser versorgt werden. Vielleicht gab es mal genug Wasser? Aber mittlerweile reicht das Wasser nie. Es ist nie genug oder gleich soviel, das alles weggespült wird. Die Erde, hier: Erd-Skulpturen brechen auseinander, am Ende bricht auch die Wasserversorgung zusammen. So oder so ähnlich steht es im Pressetext und sieht man es in der Rauminstallation.

Something Missing. Doch am 4. August scheint die Gesamtversorgung schon zusammen gebrochen. Wasserschläuche liegen lose herum. Aufgeben ist einfacher, als weitermachen, denke ich. Am Ende war die Erde nicht zu retten. Dann lieber noch etwas Spaß haben. Augen zu und durch. Das haben sich die Letzten noch gedacht, bevor sie die vertrocknete, unbewohnbare Erde zurückließen und in ihre Mars Rakete stiegen.

Und dabei „Denn es gibt Mars, Baby!“ sangen.

Kategorien
Allgemein

Fuck Columbus!

5.7. – 27.8.2023. Off the Pedestals: Iván Argote, Eduardo Chillida, Jenny Holzer, Zauri Matikashvili, Joiri Minaya, Leila Orth in der neu sanierten Stadthausgalerie.

Holt sie runter! Ja, genau: Runterholen. Wie gehen wir mit unserer Vergangenheit um? Sollten nicht unsere alten – in Kindertagen gefeierten, aber längst vom Sockel gestossenen Helden – ganz aus unseren Städten verschwinden? Müssen wir weiter mit den Statuen ihre falsche Heroisierung ertragen?

Kategorien
Allgemein

2.7. – 1.10.2023, Pedro Barateiro: Crying in Public, Kunsthalle Münster

„Ich will nicht die Welt verändern, sondern nur versuchen, sie ein bisschen liebenswürdiger zu machen“ (Pedro Barateiro) 

Dazu dienen Pedro Barateiro Windspiele: 
„Ein Windspiel ist ein Dekorationsobjekt, das Bestandteile enthält, die vom Wind bewegt werden. Manche Windspiele werden in den Wind gehangen, um Töne und Klänge zu erzeugen.“ (Wiki)

Kategorien
Allgemein

Sitzender Jüngling? Herbert Volwahsen?

Vor dem Fürstenberghaus, am Seiteneingang, steht oder sitzt eine Figur, die mich schon während meines Studiums jeden Morgen angeglotzte.

Dieser „Sitzende Jüngling“ glotzte mich an, aber ich sah ihn eigentlicht nie.

Kategorien
Allgemein

Rundgang 2023 oder ein paar Namen, Klebeband und Klebemännchen, ein Einhorn, Backenzähne und Holzgewehre

Am Ende bleibt vom Vielen nur wenig hängen: Ein paar Namen, Klebeband und Klebemännchen, ein Einhorn, Backenzähne und Holzgewehre.

„Fotografier doch nicht dauernd, guck doch lieber mal.“ „Ich geh mal raus zu der Bühne, da spielt jetzt was.“ „Was oder wer?“ „Wie?“ „Hier guck mal da. Ist das immer der Gleiche?“ „Wer?“ „Ach, egal.“ Es ist nie Zeit genug.

Auch wenn du sehr viel Zeit hättest, also vielleicht sogar Wochen. Nie genug.

Kategorien
Allgemein

Action Painting in der Ausstellungshalle Am Hawerkamp.

Gleich zu Anfang: Ich fand es nicht so klasse.

Am Hawerkamp zeigt noch bis Juli Peter Adorf Malerei (action painting) und mit vielen bunten Photoshop -Filtern bearbeitete Münster-Motive. Colorful emotions heißt die Ausstellung und farbenfroh ist sie. Die „emotions“ hatte ich nicht, aber jeder Topf hat seinen Deckel und bestimmt hat auch jemand „emotions“. Irgendjemand hat ja immer „emotions“.

Wie auch immer: Kunst ist Geschmacksache und mehr muss ich zur Ausstellung nicht sagen. Vielleicht noch, dass es umsonst ist und die Ausstellungshalle immer ein Besuch wert ist. Ja, fast immer. („Action Painting? Was soll der Scheiß“, sagte nachts der Mann in seinem Traum. Wer war er? Warum wusste er soviel über Kunst?)

11.6-2.7 Peter H. Adorf. Colorful emotions. Ausstellungshalle Hawerkamp

Kategorien
Allgemein

27.5-17.9 Celebrating Picasso. Künstler – Mensch – Genie (?). Picasso-Museum.

Im April weilte Picasso schon fünfzig Jahre nicht mehr unter uns. Grund genug weltweit die Jubiläumsmaschine mit diversen Ausstellungen, Dokumentationen, Fachartikeln und Vorträgen über den Maler und Bildhauer anzuwerfen.

**

Malen kann er, das will keiner der Jubelstimmen bestreiten. „Der Picasso, der wusste schon den Pinseln zu bedienen.“ Die Frage, die sich viele allerdings heute stellen, ist, ob er seinen anderen Pinsel vielleicht weniger unter Kontrolle hatte. War der feine Herr Künstler vielleicht sogar ein „Täter“.

Kategorien
Allgemein

Ulrich Rückriem. Dolomit zugeschnitten. Münster 1977.

Ab 1968 gestaltet Rückriem Steinskulpturen. Hier bildete sich sein bis heute kennzeichnendes künstlerisches Verfahren heraus: Rückriem teilt einen Steinblock von stark reduzierter kubischer Form und setzt die Teile anschließend wieder zusammen.