Vor dem Fürstenberghaus, am Seiteneingang, steht oder sitzt eine Figur, die mich schon während meines Studiums jeden Morgen angeglotzte.
Dieser „Sitzende Jüngling“ glotzte mich an, aber ich sah ihn eigentlicht nie.

Am Ende bleibt vom Vielen nur wenig hängen: Ein paar Namen, Klebeband und Klebemännchen, ein Einhorn, Backenzähne und Holzgewehre.
„Fotografier doch nicht dauernd, guck doch lieber mal.“ „Ich geh mal raus zu der Bühne, da spielt jetzt was.“ „Was oder wer?“ „Wie?“ „Hier guck mal da. Ist das immer der Gleiche?“ „Wer?“ „Ach, egal.“ Es ist nie Zeit genug.
Auch wenn du sehr viel Zeit hättest, also vielleicht sogar Wochen. Nie genug.
Gleich zu Anfang: Ich fand es nicht so klasse.


Am Hawerkamp zeigt noch bis Juli Peter Adorf Malerei (action painting) und mit vielen bunten Photoshop -Filtern bearbeitete Münster-Motive. Colorful emotions heißt die Ausstellung und farbenfroh ist sie. Die „emotions“ hatte ich nicht, aber jeder Topf hat seinen Deckel und bestimmt hat auch jemand „emotions“. Irgendjemand hat ja immer „emotions“.
Wie auch immer: Kunst ist Geschmacksache und mehr muss ich zur Ausstellung nicht sagen. Vielleicht noch, dass es umsonst ist und die Ausstellungshalle immer ein Besuch wert ist. Ja, fast immer. („Action Painting? Was soll der Scheiß“, sagte nachts der Mann in seinem Traum. Wer war er? Warum wusste er soviel über Kunst?)


11.6-2.7 Peter H. Adorf. Colorful emotions. Ausstellungshalle Hawerkamp
Im April weilte Picasso schon fünfzig Jahre nicht mehr unter uns. Grund genug weltweit die Jubiläumsmaschine mit diversen Ausstellungen, Dokumentationen, Fachartikeln und Vorträgen über den Maler und Bildhauer anzuwerfen.
**
Malen kann er, das will keiner der Jubelstimmen bestreiten. „Der Picasso, der wusste schon den Pinseln zu bedienen.“ Die Frage, die sich viele allerdings heute stellen, ist, ob er seinen anderen Pinsel vielleicht weniger unter Kontrolle hatte. War der feine Herr Künstler vielleicht sogar ein „Täter“.
Letztens sagte ein mir gerade noch bekannter Bekannter: „Kabakov. Du weißt schon, die Antenne auf den Aaseewiesen, die mag ich vielleicht unter allen Skulptur Projekte – Arbeiten am Liebsten.“
Und da war sie wieder: Die Bestenliste. Heute auf der Nr. 1 – Törööö Törööö – Ilja Kabakov. Und blickst du hinauf und liest die Worte. Münster. Skulptur Projekte 1997.
„Ilja, du gewinnst einen Büchergutschein über 10 Euro. Freust du dich? Komm wir stellen dich erst einmal vor.“
Der ein oder andere Wanderer hat es bemerkt. „Uns“ Kugeln tragen den Bösen Blick.
Der Böser Blick ist die Bezeichnung für eine Vorstellung, dass durch den Blick eines Menschen, der magische Kräfte besitzt, ein anderer Mensch Unheil erleiden oder sogar zu Tode kommen kann.

Der Böse Blick ist somit ein Schadenszauber und war und ist in Mesopotamien und im Alten Ägypten bekannt und gefürchtet.
Wir haben den Termin eingehalten, das ist alles, sagte sie. Der Termin? Hier: Sommer der Moderne im LWL Museum für Kunst und Kultur.
Ganz viel Sommer gibt es dort in diesen Tagen. Wir, mein Rudel und ich, waren am Wochenende zum Langen Freitag in der aktuellen Ausstellung. Langer Freitag, das heißt Kunst für lau und noch was oben drauf.
12. April – 4. Mai Ruth Bisping / Susanne Walter. inbetween the green. Ausstellungshalle Hawerkamp.
Der Kunstverein Kreis Gütersloh zeigt gegenwärtig eine Ausstellung mit Bildern von Ruth Bisping. In ihrem Pressetext schreiben sie, für Bisping sind individuelle Naturerfahrungen oft Anlass, diese künstlerisch umzusetzen und weiterzuverarbeiten.
Für Susanne Wagner gehört das Naturerlebnis mit zum künstlerischen Prozess. Ihre „woodcuts“, von Hand gefertigte Oberflächendrucke von Baumstümpfen, entstehen vor Ort im Wald, auf dem Motiv. Seit 2009 verbindet sie ein klassisches Druckverfahren mit der Tradition des Pleinairs und ihrem persönlichen Landschafts- oder Naturerleben.
