18.2. – 16.4.2023. Triple is funny, but double makes the money: Soya Arakawa, Nicola Gördes & Stella Rossié, Olga Holzschuh, Magdalena Los. Kunsthalle Münster.
18.2. – 16.4.2023. Triple is funny, but double makes the money: Soya Arakawa, Nicola Gördes & Stella Rossié, Olga Holzschuh, Magdalena Los. Kunsthalle Münster.
Mein erster Besuch im Franz Hitze Haus. Trotz meiner (Ist es Liebe?) Münster- Liebe war das Franz Hitze Haus kein Ort auf meiner Bewusstseins-Landkarte.
Jetzt trieben mich die kalten Füße nach dem ganzem „Kunst gucken“ im Wewerka Pavillon an den neuen Ort, der – neben viel politischem und gesellschaftlichem Tun – auch der Kunst Türen öffnet.
Da mich beide Ausstellungen – so verschiedenen sie auch sind – nicht besonders berührt haben, blieben am Ende vor allem die kalten Füße und die Buchstaben auf Glas in Erinnerung. Trotzdem anbei noch ein paar Worte und Fotos, den ich bin nur eine Sicht, eine Meinung, ein Kunst Gucker.
Kunst im Aussenraum: Huang Yong Ping. 100 Arme der Guanyin. Königsstraße. Skulpturprojekte 1997.
„Zen ist Dada, Dada ist Zen“ (Huang Yong Pin)
„Künstler, Magier, Wahrsager, Alchemist, Heiler, Lehrer, Philosoph und Schriftsteller.“ ( Hou Hanru )
Der 1954 in China geborene Künstler hat in seinem Werk Dada mit Buddhismus verbunden und war einer der bedeutendsten Künstler der chinesischen Kunstavantgarde der 80er-Jahre, bevor er 1989 nach Europa kam.




Billi Thanner. Himmelsleiter. Lambertikirche. 2023.
Kunst oder Kitsch? Kirche oder Kirmes? Die Meinungen teilen sich.
Bis irgendwann im März hängt die Himmelsleiter der Wienerin Billi Thanner in und an der Lamberti Kirche. 54 illuminierte Sprossen, die – laut Kirche – den persönlichen Weg des Menschen zu Gott darstellen.
Etwas, und auch wirklich nur „etwas“ weniger dick aufgetragen, symbolisiert die Lichtinstallation – laut Künstlerin – den Auf- und Abstieg zwischen Himmel und Erde.
15.1- 12.2.2023 Matthias Zölle. Zwischenstand. Ausstellungshalle Hawerkamp.
Als im Sommer das LWL Museum f. Kunst und Kultur mit einer Ausstellung der Fotografin Annelise Kretschmer um die Ecke kam, entdeckte ich kurz vor meinem Museums-Besuch ein kleines Buch, was mir half die Dortmunder Fotokünstlerin zu lesen, Worte für die Bilder zu finden. Roland Barthes „Die helle Kammer“.
2022 wurde Kaiser Rotbart neunhundert Jahre alt und das Landesmuseum hat sich nicht lumpen lassen und aus ganz Europa Kulturschätze nach Münster getragen, die einen Blick in die Zeit und Herrschaft des Stauferkaisers erlauben.
Hier ein paar Urkunden mit Siegel, dort ein Kerzenständer mit Ungeheuer oder ein paar plattgedrückte Münzen mit Herrscherinsignien. Ein paar Papstlatschen hinter Panzerglas sehen „super-alt“ aus. Dann unter einer Glasglocke (Vorsicht Alarmgesichert!) eine echte Sensation, eine Reliquie: Knochen von Einem der Heiligen Drei Könige, der echten Heiligen Drei Könige (Augen- -Zwinker zwinker).
4 Tore. Daniel Buren. Domgasse. Skulptur Projekte 1987.
Vier Objekte aus Aluminium, lackiert, je 441 x 441 x 10,5 cm
Vier Tore wurden 1987 in den Gassen zwischen Paulusdom und Innenstadt für die Dauer der Ausstellung aufgestellt: Geisbergweg/Domgasse/Spiegelturm/Jesuitengang; ab Mitte 2016 permanente Aufstellung eines Tores an der Domgasse
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Ne, ist so schön. Das Tor. Das Buren Tor. Sieht ein wenig aus wie eine Marketing Aktion von einer lokalen Porzellan-Manufaktur und Peak & Cloppenburg. Aber trotzdem: Schön ist es.
Dabei ist das Tor gar nicht aus Porzellan, sondern aus Aluminum.
„Was?! Igittigitt… Alu?!“, schreit der kleine Mann.
Porzellantore im Öffentlichen Raum. Das wäre mal was, denkt er sich.
„Ach ja, die guten, alten Porzellantor von Münster. Weißt du noch, Helga? 1987?“
Aber das Daniel Buren Tor ist aus Alu.
Wobei Daniel Buren auch mit anderen Materialien arbeitet. Holz, Stoff, Metall. Alles schon gesehen. Und immer diese Streifen.
„Helga, was sagst du? Steifen?
Streifen. Streifen. 8,7 cm auf allem Materialien. Die stehen am Beginn. Buren nennt sie ein visual tool.“
Auch so ein Backstein hat einen Namen. Rot-Blau-Bunt heißt der Backstein bei Per Kirkeby. Mit Rot-Blau-Bunt hat er seine Skulptur gebacken.
Der Name ist sehr ehrlich: „Backstein Skulptur“.
Hohe Backstein-Skulptur 492x206x206 cm. Flacher Backstein, auch zum Sitzen, 50x403x403 cm.
Einfach Backstein.


Sowohl im flachen als auch im hohen Backstein sind Bögen. Die sprechen mit dem Institut dahinter. In Backstein. Die korrespondieren in Backstein, also Backstein Sprache. Das ist gewollt. Überhaupt korrespondiert der Backstein: Mit sich, mit der Architektur in der Stadt, mit der Uni, den Foschungsinstituten. Überall am Korrespondieren. Und forschen. Der Backstein muss wieder einmal die Kunst ausloten. Im Außenraum. Mit Backstein. Weil in Münster, im Münsterland ist viel Backstein, viel Rot-Blau-Bunt, und Per Kirkeby und der Backstein, das ist sowieso eine Erfolgsgeschichte.
✍️ Im obersten Stockwerk des Picasso Museums erwartet die Kunstgucker:innen noch Meisterwerke der Druckgrafik. Es sind Arbeiten, welche die Gefühle, Ängste, Albträume der Künstler:innen vor teilweise hundert Jahren und mehr zeigen, und erschreckend aktuell wirken. Krieg, Flucht, Hunger, Angst, Zerstörung, Armut, Krankheit, Vater Tod. Vorhersagen aus der Vergangenheit und/ oder einfach nur immer die gleichen Abscheulichkeiten, die sich die Menschen gegenseitig antun. ✍️

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“
#BertholdBrecht, 1968
„Wir kommen nicht mit sauberen Händen aus der Sache raus.“
#RobertHabeck 2022
Seit 2018 hat Münster seinen Richter und ein Foucaultsches Pendel.
Und wer gegenwärtig – also in der Weihnachtszeit – in die Innenstadt muss, um Wichtiges und Notwendiges zu erledigen, findet in der Dominikanerkirche nicht nur eine Verzahnung von Kunst und Wissenschaft, sondern auch einen Ort zum Ausatmen.