1987. Berlin feiert sich und seine 750 Jahre, Thomas Gottschalk moderiert das erste Mal „Wetten dass…“ und Mathias Rust landet mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau.

8.11-1.5 Ilsuk Lee. „The One Who Has Closed Their Eyes“. Hafenweg 22.
„Entschuldigen Sie. Hallo…? Kennen Sie den Hafenweg 22?“
„Wie bitte? Wer sind Sie überhaupt?“
„Müssen Sie mal machen. Kommt aber langsam. Bei mir erst gar nicht.“ [Mann zeigt in den Himmel] „Wegen der Sonne.“
„Ach so?“
„Aber dann… Volle Kanne.“ [Mann boxt in den Himmel] „Beim Spaziergang. Abends. Do people with their eyes closed and people who are congenitally blind see the same thing?“

14.12-15.3 Performance People. LWL-Museum.
Hape Kerkling und ich haben eine gemeinsame Lieblingsphilosophin, Hannah Arendt; die hat mal in Bezug auf die US-amerikanische Geschichtsvergessenheit geschrieben:
„Nichts als dieses unaufhörliche Gespräch unter den Menschen rettet die menschlichen Angelegenheiten aus der inhärenten Vergänglichkeit….“ (Arendt: Über die Revolution)

„Wann wird endlich richtig Sommer…?“ Heute vor 90zig Jahren wurde Carrell geboren. Ich sage: „Glückwunsch, Rudi.“
Naomi Beckwith wird künstlerische Leiterin der documenta 16. Sie wird 2027 die Geschicke der großen Kunstschau in Kassel leiten. Ich wünsche: „Viel Glück, Mrs Beckwith.“
Und, zu guter Letzt, eröffnete am Dienstagabend in der Kunsthalle die 40. Förderpreisausstellung der Freund:innen der Kunstakademie. Alle sind sehr stolz, aber vor allem die drei Preisträger:innen Alla Zhyvotova. Philipp Hermeling und Selena Knoop. Ich sage: “Ihr Räuber. Verdient.“
„Denn die einen sind im Dunkeln
Und die anderen sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.“Bertolt Brecht. Die Dreigroschenoper

Krieg, Vertreibung, Flucht, Militarismus, Fundamentalismus, Armut, Angst, Trauer und Tränen. Pilars Fotos bewegen, berühren. Voller Mit-Leid schaust du in leere Kinderaugen, in trauernde Gesichter, in zerstörte Seelen. Es überwältigt dich.
Glauben Sie an Schicksal? An Bestimmung? Lenkt uns der Große Zampano oder wirft uns der Zufall durchs Leben? Hört also, nachdem uns das geehrte Muttertier geworfen hat, das Rumwerfen auf oder geht es erst richtig los? Rumble in the Jungle?

Die Frage nach dem Schicksal scheint global. Ein koreanisches Sprichwort sagt: „Das muss Inyeon sein.“ Du sagst es in Korea, wenn du z.B. auf dem Seouler Wochenmarkt zufällig eine alte Schulfreundin trifft. „Ach, Du? Inyeon, Schwester!“ So habe ich es jedenfalls verstanden. Hier sagt man vielleicht: „Das kann kein Zufall sein, Bruder.“

Tagesausflug nach Osnabrück. Im Kunstraum Hase29 begeben sich zwei Künstlerinnen auf der Suche nach dem Glitch, dem Fehler in der Matrix, dem Schluckauf in der Wirklichkeit.
Sie fragen, ob wir überhaupt noch selbstbestimmt Handeln können, wenn unser Blick durch KI und ausgefuchste Algorithmen getäuscht wird.
Als jage der Wahnsinn…
Der Berliner Kurier schrieb: „Rekord-Verkauf bei „Bares für Rares“: Geheimnis um das teuerste Bild aller Zeiten gelüftet.“

Damit hätte wirklich niemand gerechnet. Gerade ging noch ein Emaille-Milchkännchen für ein paar Euro über die Händlertheke, da kam „das teuerste Bild der Show-Geschichte“ auf den Tablett.
Ja… als jage der Wahnsinn. Horst Lichter, ein gepflegter älterer Fernsehkoch und MC der Trödelshow, gestand nach der Sendung, dass er erst einmal einen Schokoriegel essen musste.
Ja, ach ja… als jage der Wahnsinn. Es war eine Lithografie von Otto Müller die zu dieser Überreaktionen und dem Zuckerschock führten.
Ei pellen, Schale betrachten, Welt konstruieren.
Deine Event Heimatkarte. Deine Treuepunkte Karte. Deine Prämien Karte. Dein neuer Stadtwerke-Tarif für den Öffentlichen Personennahverkehr.
Fulda hat die Heimatkarte. Im Schwarzwald heißt sie Schwarzwald Plus Heimatkarte. Das HeimatKärtle gibt es in Gutach, Hausach, Hornberg, Oberwolfach oder Schenkenzell und Heimat-Kaufen geht mit der Heimatkarte im Landkreis Schwäbisch Hall.
Ei pellen, Schale betrachten, Welt konstruieren.
Jetzt hat auch Münster die Karte. An der Radstation gelbe Fragmente. Satomi Edo spricht auch hier von Heimatkarte – ganz ohne Treueprämien. Also: Nur die Karte einer Heimat. Ihrer Heimat? Nein, wohl nicht. Aber was für eine Heimat?

Ei pellen, Schale betrachten, Welt konstruieren.
„a place to learn to be curious;
a place to get lost;
a place to explore the universe as our school and the Kunsthalle as one of its classrooms;
a place where we decide what we want to learn;
a place where being different is fine;
a place to be contradictory and subversive;
a place to question the present;
a place to find sound traces;
a place to initiate experiences and to develop habits of self-learning;
a place to be infinite learners;
a place where the word is understood as a plastic material, conversation as form and where the common is to learn and to teach.“
nicolás paris
