Live-Hörspiel-Show und Gespräch: Was ist die Liebe zum Live-Hörspiel?

Den Schauspielern beim Spielen zuschauen oder sehen, wie Musik und Ton entstehen. Sprich dem Hörspiel in all seinen Facetten beim Entstehen zuschauen. All das wird möglich bei der Live-Hörspiel-Show am 07.02. in der Black Box im Cuba Cultur. Das HörSpielLab Münster feiert das Hörspiel als Medium, das mit dem Radio zusammen aktuell auf seinen 100. Geburtstag zusteuert. Wird die Welt auch immer visueller, schafft es das Hörspiel doch nach wie vor direkt in unsere Ohren einzudringen und regt die Fantasie an. Als einer der wenigen Sinne kann das Hören nicht einfach abgeschaltet werden und ist somit ein permanenter direkter Zugang zu unseren Gedanken. 

Doch egal ob man vor dem Kassettenspieler oder dem Tablet sitzt, wie das Hörspiel gemacht wurde, bekommt man selten zu Gesicht. Regisseurin Ruth Messing und Christoph Tiemann vom Theater ex libris lassen vor unseren Augen und Ohren kurze Ausschnitte aus Live-Hörspielen entstehen, machen den Prozess sichtbar und sprechen über ihre Liebe zum Live-Hörspiel.

Am 07.02. 19 Uhr in der Black Box im Cuba Cultur. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung sollte ursprünglich im Dezember stattfinden und musste aufgrund von Krankheit verschoben werden.

Ralf Haarmann mit erstem HörSpielPreis Münster geehrt

Das HörSpielLab Münster hat seinen ersten HörSpielPreis vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Litfilms – Literaturfilmfestival statt und die Jury bestehend aus Anja Kreysing, Dean Ruddock und Ruth Messing kürte den in Münster und Berlin lebende Künstler Ralf Haarmann zum Gewinner dieses ersten HörSpielPreis Münster. In seinem Hörspiel „Urbanes Narrativ: Das Geheimversteck“ nehmen zwei Kinder die Hörenden mit an unbekannte Orte und führen sie in Gedanken auch an die Verstecke der eigenen Kindheit. 

“Es scheint, als reisten wir in die Fantasiewelt der Kinder. Die Komplizenschaft, die daraus entsteht, macht das Erleben dieses Hörspiels zu einer ganz persönlichen Erfahrung an einem sehr geheimen Ort.” So schreibt es die Jury des HörSpielPreis in ihrer Begründung. 

Neben „Urbanes Narrativ: Das Geheimversteck“ von Ralf Haarmann wurden noch zwei weitere Hörspiele mit einer lobenden Erwähnung bedacht. “Minespiel” vom Hörspiellabel Klappkatapult und „Über das Sterben – mit Werner Herzog“ von Anna-Lea Weiand.

Der HörSpielPreis sollte vor allem den kreativen Umgang mit dem Medium Hörspiel belohnen. Dies ist bei diesen drei honorierten Hörspielen besonders gut sichtbar und zeigt, wie kreativ die Hörspiellandschaft in Münster ist. Aber allein die Vielzahl an Einreihungen zeigt, was in Münster in Sachen HörSpiel los ist.

Die Jury-Begründung im Einzelnen

In „Urbanes Narrativ: Das Geheimversteck“ nehmen uns Jonte und Anton mit auf eine spannende Reise an einen geheimen Ort: Das Geheimversteck.

Die Klarheit dieser Ausgangssituation schafft etwas Erstaunliches: Wir Zuhörende werden direkt angesprochen und sind eingeladen, den Stimmen der beiden Kinder an einen besonderen, unbekannten Ort zu folgen. Wir gehen – erinnert an die eigenen Verstecke von damals und neugierig auf die kommenden Erlebnisse – gespannt und freudig mit. 

Die reiche Klangkulisse, die nie vorgibt, sondern immer auf die Protagonisten reagiert, versetzt uns mal in eine sehr konkrete, realistische Umgebung, mal in ein fantastisches, wundersames, fast rätselhaftes Umfeld. Es scheint, als reisten wir in die Fantasiewelt der Kinder. Dies regt wiederum die eigene Vorstellungskraft an: Die Komplizenschaft, die daraus entsteht, macht das Erleben dieses Hörspiels zu einer ganz persönlichen Erfahrung an einem sehr geheimen Ort. 

Die Jury des HörSpielPreis (Dean Ruddock, Anja Kreysing, und Ruth Messing v.l.n.r.) mit Preisträger Ralf Haarmann (r.)

Ralf Haarmann schafft es in diesem authentischem Hörspiel auf bestechende Weise völlig undidaktisch Fragen aufzuwerfen: Welche Räume gibt es für Kinder in unserer Stadt? Wo finden sie ihre Verstecke und geheimen Orte?

Ausschnitt aus dem Hörspiel „Urbanes Narrativ: Das Geheimversteck“

„Über das Sterben mit Werner Herzog“ kommt durch die Verwendung des „recyceltes“ Interviews mit Werner Herzog wie ein akustisches Readymade daher.

Es hat nicht die typischen Merkmale eines Hörspiels, verfolgt keine klare Story oder Dramaturgie. Stattdessen lenken neue Fragen die Antworten Herzogs aus einem unbekannt bleibenden Interview sanft  in neue, metaphysische Sphären, die sich mit dem Titel verbinden. Herzogs monologisierende Statements beginnen durch diese Rekontextualisierung zwischen einer Entlarvung der postromantischen Überhöhung des Schöpfer-Mann-Bildes der Moderne und authentischer biographischer Erfahrungen zu oszillieren. 

Regisseurin Anna-Lea Weiand

So lässt sich „Über das Sterben“ im Sinne eines erweiterten Hörspielbegriffes analog zum erweiterten Kunstbegriff in die aktuellen skizzenhaften, dekonstruktivistisch-rekontextualisierenden Tendenzen aktueller Kunst einordnen, ohne jedoch klar als Hörspiel oder Klangkunst einzuordnen zu sein.  Diesen frischen Zugriff möchten wir prämieren und Anna-Lea Weiand damit zu weiterer Entwicklung und vertiefter Ausarbeitung hybrider Hörstückformen anregen. 

Ausschnitt aus „Über das Sterben mit Werner Herzog“

Bei “Minenspiel” werden wir vom Hörspiellable „Klappkatapult“ im Found-Footage-Stil durch die Minen der Rheinkohle GmbH geführt.  Hier sind zwei Forscherinnen verschüttet worden und sollen unter größter Anspannung aller Beteiligten gerettet werden – doch da ist etwas… oder bilden wir uns das alle nur ein?

In einem Mix aus Radiobericht und Found Footage bekommen wir die Geschehnisse in der Miene mit. Die Berichterstattung ist dabei reißerisch, unmittelbar und durchgehend auditiv gedacht. Dies erinnert an den Hörspiel-Klassiker Krieg der Welten oder auch an den Horrorfilm The Blair Witch Project – in beiden Fällen wird das technische Rohe zum Beleg für Authentizität – so sehr, dass die Jury beim Hören unabhängig voneinander dazu verleitet wurde nachzuschlagen, was dran ist an dem Minenunglück von 1994:

Nichts, aber die vielen technischen Details im Text wirken gut recherchiert, die Geräusche erzeugen eine hörbare Enge und das Ergebnis ist eine glaubwürdige Atmosphäre, die gelegentlichen Längen und die Auflösung vergessen lässt.

Uns begeisterte die spielerische und liebevolle Arbeitsweise, mit welcher der Text improvisiert wurde: In einer Art online Pen & Paper Rollenspiel. Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen.Es macht Spaß, diese Geschichte zu hören und wir wünschen uns mehr davon.

HörSpielPreis Münster – Die Einreichungen

HörSpiel findet in Münster statt und eine Reihe von Hörspielen entsteht jedes Jahr. Mit dem HörSpielPreis Münster möchte das HörSpielLab diese kreative Umgebung würdigen und sichtbar machen. Dabei soll explizit auch der kreative Umgang mit dem HörSpiel gefördert werden. Die insgesamt neun Einreichungen sind hier zu sehen und zum Teil auch zu hören.

Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte – Theater ex libris

Nach der Vorlage des Klassikers von Charles Dickens bekommt am Heiligen Abend des Jahres 1834 der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge Besuch von seinem Geschäftpartner Jacob Marley – aber der ist bereits seit sieben Jahren tot! So unheimlich beginnt Scrooges Reise zu den Weihnachtstagen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Es spricht das Ensemble des Theater ex libris mit Sitz in Münster, fast alle Sprecher:innen leben in Münster. Die Musik komponierten die Münsteraner Musiker Johannes Kraas und Philip Ritter; Hörspielbearbeitung und Regie: Christoph Tiemann. Aufgenommen in Münster. Produktion: Moritz Raestrup. „Charles Dickens Weihnachtsgeschichte“ ist das erste Studio-Hörspiel von Theater ex libris; bisher hat sich das Ensemble mit Live-Hörspielen im Münsterland einen Namen gemacht.

Der Priester aus der Unterwelt – Jack Turner Hörspiel-Kollektiv

Die Journalistin Tina Rainford-Stevens und der Forscher Gunnar Larson sind mit knapper Not dem wahnsinnigen Dr. Omaro und seiner Armee von Untoten entkommen. Gestrandet an der Westküste Kanadas finden sie Zuflucht in einer alten Siedlung, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Schnell müssen die beiden feststellen, dass der Schein trügt. Denn hinter der Fassade der Gastfreundschaft lauert etwas in den Schatten: etwas Dunkles.

Das Jack Turner Hörspiel-Kollektiv sind Jan Schäferhoff, Tobias Mennemeyer, Eike Bußmann und Gunnar Schroeder. Alle vier sind sind alle haupt- oder nebenberuflich als Musiker oder Techniker in der Veranstaltungsbrache tätig. Elementarer Bestandteil des Konzepts des Kollektivs ist es, Musiker und Musikerinnen als Sprecher*innen in die Produktion einzubinden. Ziel war es außerdem eine Darstellungsform zu finden, die während der Corona Pandemie ohne die physische Anwesenheit größerer Menschengruppen auskam. Der „Priester aus der Unterwelt“ ist der dritte Teil einer Serie. Allerdings fehlt dieser noch der Erste Teil, welcher aber noch in diese Jahr mit „Tuaka – König der Menschenfresser“ erscheinen wird. 

Ein Clochard in Münster – Ilijas Thielert und Donata Godlewska

Ein sonniger Nachmittag in Münster unweit des Bahnhofs. Beseelt und erschöpft von der erfolgreichen Schnäppchenjagd ruht sich eine Frau auf dem Bremer Platz aus. Nach dem Kauf eines elektrischen Korkenziehers dachte sie jetzt könne sie nichts mehr schocken – dort einen waschechten Clochard aus Paris zu treffen überrascht sie dann doch. 

Donata Godlewska und Ilijas Thielert haben das Hörspiel erdacht und produziert. Erstellt wurde es in den Räumen des medienforum münster mit Sprecher*innen aus dem HörSpielLab.

Gru, gru, gruselig – Das verfluchte Schloss – ein Grusical-Hörspiel für die ganze Familie! – Corinna Bilke

Mira, ein Mädchen aus einem kleinen Dorf, begibt sich auf eine spannende Reise und stellt schnell fest, dass im Schloss der stets gelangweilten und schlecht gelaunten Hausherrin Miss Mary irgendetwas nicht stimmt…

2021 entstanden die Sprachaufnahmen im „Heavy Kranich Studio“ in Münster mit vielen Sprecher*innen aus Münster – den DONOTS, Christoph Tiemann, Gabriele Brüning, Andreas Ladwig, Konrad Haller, Nils Liebich und weiteren Sprecher*innen aus Berlin, München und Köln: Alin Coen, Christin Henkel, Keshav Purushotham.

Urheberin, Produzentin, Regisseurin und auch Sprecherin war Corinna Bilke. Sie ist Kinderliedautorin, Liedermacherin, Sängerin, Sprecherin und Schauspielerin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Münster. Die studierte Gesangspädagogin hat bereits 3 Bücher mit CD mit poetischen Texten und jazzigen Klängen zum Mitsingen, Abtauchen, Tanzen und Träumen veröffentlicht. Sie leitet „Singen für Zwei – Gesangskurse für Schwangere und Eltern mit ihren Babys im ersten Lebensjahr“ im Haus der Familie Münster und spielt Familienkonzerte mit ihrer Corinna Bilke Band. 

Illustrator: Max Fiedler | Grafik: Nika Rams | Foto: Ute Friederike Scheinau

Minenspiel – Klappkatapult

„Minenspiel“ ist eine Geschichte im Mockumentary-Stil, die zu großen Teilen improvisiert und dann um gescriptete Bereiche ergänzt wurde. Alle Aufnahmen aus dem Bergwerk, die ihr hört, wurden über Sprachnachrichten „gespielt“. In Echtzeit. Über den Lauf einer Woche. Dabei kamen über 300 Sprachnachrichten und über 40 Seiten Chatverlauf zusammen. Anschließend ist ein großes Team hingegangen, hat das Material gesichtet, sortiert und bearbeitet und hat aus den Ereignissen, die sich in dem Bergwerk abgespielt haben, eine Radiodokumentation gemacht: Mit Fachleuten, Einspielern, extra komponierter Musik und einem großen Schlag an Hörspielmagie.

Klappkatapult ist das Label für Fictional Podcasts und Romane. Hier entstehen innovative Geschichten für dich: Mit viel Liebe produziert unser Team aus Autor*innen, Sprecher*innen, Sounddesignern, Grafiker*innen und Marketing-Experten die Geschichten von morgen und nutzen dabei die Vorzüge, die uns das Medium Podcast bietet. Regie führte bei „Minenspiel“ Robin Thier nach einem Drehbuch von Ann-Kathrin-Hickert, Jannis Gulde und Robin Thier. Produktion: Robin Thier, Michael Cremann, Patrick Schuster und Lena Hortian. Es sprechen unter Anderem: Charlotte Möller und Moritz Janowsky.

Zum ganzen Hörspiel kommt ihr hier.

Rattenfänger, Tod oder Kreuzfahrer – Korbinian Döderlein

Im Hörspiel ‚Rattenfänger, Tod oder Kreuzfahrer‘ wird der historische Kern der bekannten deutschen Sage unter die akustische Lupe genommen. Über den Prozess der Sagenüberlieferung werden seit Langem unterschiedliche Theorien aufgestellt. Um diese Theorien hinreichend auf ihren Wahrheitsgehalt untersuchen zu können, erinnert sich eine Zeitzeugin im Hörspiel an das Jahr 1284, um ihrer Enkelin die Geschichte möglichst korrekt weiterzuerzählen.

Das Hörspiel ist im Rahmen eines Universitätsseminars mit dem Titel „Vom Sprechstil zum Hörspiel“  unter der Leitung von Dr. Augustin Ulrich Nebert entstanden. Die Beteiligten Sabrina Bernemann; Maya Hillebrandt; Thilo Schmidt; Korbinian Döderlein sind alle Studierende. Regisseur Korbinian Döderlein ist freier Hörspielmacher und Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Phonopoetik (WWU Münster), bei der er zudem den Hörspielpodcast ‚vOhrgestellt‘ betreut.

Das Hörspiel „Rattenfänger, Tod oder Kreuzfahrer“ zum Anhören.

Systemabsturz in einem Akt – Florian Rösler

“Systemabsturz in einem Akt” (2020) wurde 2020 produziert aus der Folge eines PC Absturzes, einem riesigen Datenverlust und einer diffusen Hilfestellung. Das Thema scheint durch den Hackerangriff auf die FH Münster wieder aktuell für viele Studenten zu sein.

Idee, Produktion und Stimme: Florian Rösler

Über das Sterben – mit Werner Herzog – Anna-Lea Weiand

„Über das Sterben – mit Werner Herzog“ (2020) ist ein Hörspiel im Interviewformat, in dem ich mit Werner Herzog über sein Nahtod-Erlebnis spreche. Dabei wird der von Herzog geprägte Begriff – ekstatische Wahrheit – erforscht.

Anna-Lea Weiand studiere seit 2017 an der Kunstakademie in der Klasse Mik

Ausschnitt aus dem Hörspiel „Über das Sterben – mit Werner Herzog“

Urbanes Narrativ: Das Geheimversteck – Ralf Haarmann

Jonte und Anton zeigen ihr Geheimversteck und führen die Hörer*innen in andere Welten. Die Grundidee war musikalischer Natur: Ich wollte die Kinder in den Mittelpunkt stellen und die Musik aus ihren Stimmen ableiten. Aber „Das Geheimversteck“ ist nicht „nur“ ein Musikstück, sondern vielmehr ein Hörspiel, das alle akustischen Möglichkeiten ausschöpft, um die Hörerinnen und Hörer mitzunehmen in eine eigentümliche und abenteuerliche Kinderwelt.

Regie, Komposition und technische Realisation: Ralf Haarmann. Er studierte von 2002 bis 2005 „Elektronische Komposition“ an der Folkwang-Hochschule Essen, verließ die Hochschule allerdings vorzeitig. Sein Schaffen umfasst Kompositionen für Hörspiel, Theater und elektro-akustische Konzertstücke. Er veröffentlicht unter dem Namen Haarmann und ist Mitglied der Formationen haarmannhommelsheim (mit Christiane Hommelsheim) und randomTRIGGER (mit Silvia Munzón Lopéz). Zusammen mit Christiane Hommelsheim hat er 2011 das Label klangmœbel gegründet. Ralf Haarmann lebt und arbeitet in Münster und Berlin.

Ausschnitt aus dem Hörspiel „Urbanes Narrativ: Das Geheimversteck“

Die Macht der Worte (MixDown 2022)

Was wir täglich hören, prägt uns. Als einer der wenigen Sinne kann das Hören nicht einfach abgeschaltet werden und ist somit ein permanenter direkter Zugang zu unseren Gedanken. Damit hat auch die Sprache als Spiel der Worte eine enorme Macht und Bedeutung. Sei es als Gespräch zwischen zwei Menschen, als Rede, Gesang oder als Hörspiel. Wege und Formen, wie uns Worte erreichen gibt es viele.

Mit drei wortmächtigen Gesprächspartner*innen schaut das HörSpielLab Münster auf diese “Macht der Worte”. Jene haben alle ihren eigenen, höchst unterschiedlichen Zugang zu Worten und deren Macht. Sei es als Sprecher*in auf der Bühne und mit der Frage, wie aus dem geschriebenen Wort durch das Aussprechen machtvoller Klang wird. Oder aber der Blick jeder, die sich mit Worten ihrer eigenen Geschichte bemächtigen und zeigen, wie sie durch Schreiben und Sprechen ihrer EIGENEN Worte Macht über sich (zurück-)erlangen. Am 17.09. kommen diese Perspektiven auf die “Macht der Worte” zusammen und werden von einer Lesung ergänzt, welche die Macht der Sprache nochmal für Alle hörbar macht. 

Zu Gast sind Silvia Nwadiuto Chike (“igbo-westphalian writer”, Studentin, BIPOC-Referentin des AStA der Uni Münster und Community-Moderatorin von Zeit Online), Alban Renz (Theaterpädagoge, Schauspieler, Regisseur und Künstlerischer Leiter von „Cactus Junges Theater“) und Sira Busch (Mathematikerin, Poetry-Slammerin, Buchautorin und Bodybuilderin). Moderiert wird der Abend von Marie Brand (Volontärin beim MDR und ehemalige Moderatorin bei Radio Q).

Die Veranstaltung findet am 17.9. im Café Liebling (Hansaring 40) um 19 Uhr statt und der Eintritt ist frei.

Marie Brand arbeitet seit 2019 als Journalistin und Moderatorin: angefangen bei Radio Q, dem Campusradio der Uni Münster. Dort studierte sie Anglistik und Soziologie, daneben arbeitete Marie für die ZEIT als Podcast-Kolumnistin und Autorin. Für den WDR und SWR produzierte sie Radio- und Onlinebeiträge. Seit diesem Jahr macht Marie ein Redaktionsvolontariat beim MDR in Leipzig.
Seit 2012 steht Sira Busch mit ihren humoristischen Geschichten auf den Slam- und Lesebühnen. Jetzt hat die studierte Mathematikerin ein Buch veröffentlicht, was eine andere Facette der Autorin zeigt. Es geht um Schablonen, bestimmte Vorstellungen, Stereotype, die uns teils helfen, teils schaden, die zu hinterfragen und zu verstehen, aber dazu führen kann, Schranken in unseren Köpfen abzubauen und zu einer gerechteren Gesellschaft zu kommen – ohne Sexismus, Rassismus, Klassismus, Transfeindlichkeit und Ableismus.
Silvia Nwadiuto Chike möchte Sprache und Spoken Word nutzen, um menschliche Nähe und Verständnis zu schaffen und gesellschaftliche Innovationspotentiale zu erkunden. In Münster war sie bereits auf der Bühne des TatWort Poetry Slams und auf der Burg Hülshoff (Center for Literature) zu hören. Sie studiert Politik und Recht, ist Autonome Referentin des BIPoC- Referats der Uni Münster und arbeitet im Community-Moderationsteam von Zeit Online
Alban Renz, geb. 1973 in Bonn, ist freier Theaterpädagoge, Regisseur und Schauspieler. Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter bei Cactus junges Theater in Münster. Während er als künstlerischer Leiter von Cactus mit seit seinem Team das Programm und Theaterprojekte organisiert, leitet er als Regisseur und Theaterpädagoge junge Laien- und Semiprofessionelle  Spieler*innen an.  Als Schauspieler und Sprecher arbeitet er aktuell vor allem im “Theater ex libris“- Ensemble mit. Hier liest und spielt er Live Hörspiele (zb. Dracula, Sherlock Holmes, Dickens Weihnachtsgeschichte) (Bild: Sarah Koska)

CALL FOR ENTRIES: HörSpielPreis Münster

Im Jahr 2022 vergibt das HörSpielLab Münster den ersten HörSpielPreis der Stadt Münster in Höhe von 150,00€. Die Preisverleihung findet am 25.09.2022 beim LITFILMS – dem Literatur Film Festival Münster im Schloßtheater Münster statt.

EINREICHUNGSSCHLUSS: 30.06.2022

Voraussetzungen:
  • Das HörSpiel spielt in Münster oder wurde in Münster produziert
  • Produktionszeitraum nach 2019
  • Keine Auftragsproduktion
  • Kein Hörbuch
  • pro Person nur 1 HörSpiel einreichen

Einreichungen als .mp3/.wav via E-Mail an info@hoerspiel-muenster.de

Das HörSpielLab Münster möchte dabei insbesondere den kreativen Umgang
mit dem Medium Audio fördern und freut sich auch über Produktionen aus dem Randbereich des HörSpiels.

MixDown – Die Magie der Klänge

Das Hören begleitet uns durch den ganzen Tag, bei MixDown des HörSpielLab wollen wir uns einmal ganz auf dieses Hören fokussieren. Denn neben Umgebungsgeräuschen bietet uns der Klang verschiedene faszinierende Ausdrucksformen. Vom klassischen HörSpiel über Audio-Installationen zur Musik. Unter dem Motto “Let’s Talk and Listen” geht das HörSpielLab Münster nun der Frage nach, wie unterschiedliche Künstler*innen den Klang einsetzen und was die Magie am Spielen mit dem Hören ist. Was fasziniert uns am HörSpiel? Und wer steckt eigentlich dahinter? Zu Gast: Anja Kreysing, Dean Ruddock und Ruth Messing. Im Anschluss nimmt die Künstlerin MAALI die Bühne ganz für sich ein und präsentiert tanzbare Beats und virtuose Klänge.

Foto: Phil Fölting

Anja Kreysing nähert sich von der Musik dem Hören. Als Klangkünstlerin und Akkordeonistin liegen ihre Schwerpunkte auf Live-soundtracks für Filme und Performance, elektroakustische Environments sowie improvisierte Musik mit Akkordeon und Elektronik. Zuletzt schuf sie die Klangwelt der Soundinstallation “Brandreden”  für das “Festival der Demokratie 2021” in Münster.

Dean Ruddock interessiert sich für Fragen der postmigrantischen Gesellschaft und den Transfer von Literatur in unterschiedliche Medien. Seien es Poetry Slams, Lesebühnen, der Film oder eben das Hörspiel. Zuletzt belegte er als Co-Regisseur mit dem Hörspiel „Vorschlag einer Struktur“ den 1. Platz des Manuskriptwettbewerbs beim Leipziger Hörspielsommer 2021.

Foto: Anne Bartels
Foto: Andreas Schlager

Ruth Messing schließlich arbeitet vornehmlich am Theater als freie Regisseurin. Sie inszeniert an verschiedenen Theatern und arbeitet unter anderem auch in der freien Szene Münsters. Mit Tobias Dömer und Jonas Riemer setzte sie den Audiowalk „Die Stadt ohne Eigenschaften“ um. Ein auditiver Münster-Stadtspaziergang, der an entlegene, besondere und  skurrile Orte der Stadt führt. 

Durch das Gespräch leitet Marie Brand, Moderatorin und Redakteurin bei Radio Q und begeisterter ???-Fan.  

MAALI, die Schwarze deutsche Sängerin und Rapperin verkörpert in ihren Songs Empowerment, Selbstbestimmung und erzählt Geschichten mit intimen Texten, die in den Alltag und das Herz einer Schwarzen jungen Frau in einer weißen Mehrheitsgesellschaft blicken lassen, Selbstliebe an erster Stelle setzten und an Veränderung glauben. Für MAALI ist Musik immer ein Ausdruck von Erlebnissen und Emotionen.

Beim HörSpielLab kooperieren die Filmwerkstatt Münster, das cuba cultur, das medienforum münster e.V. und Radio Q. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes NRW, dem Kulturamt Münster und der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V..

Kick-off Netzwerk und Videopremiere MixDown

2022 ist bereits gestartet, jetzt geht auch das HörSpielLab Münster in seine neue Runde. In diesem Jahr wollen wir erstmals den HörSpielPreis Münster ausschreiben und HörSpiele aus Münster auszeichnen. Weiterhin stehen wir HörSpiel-Interessierten mit einem Workshopangebot und Produktionsmöglichkeiten zur Seite. Gemeinsam starten wir digital am Freitag, den 11.03.2022. Hier laden wir alle HörSpiel-Interessierten zu einer Doppelveranstaltung ein. Mit unserem Kick-off Netzwerk wollen wir euch untereinander vernetzen und bei der MixDown 21 Videopremiere wollen wir gemeinsam der Frage nach der Magie der Hörspiele nachgehen. 

Kick-off Netzwerk

Ihr wollt eure eigene HörSpiel-Idee verwirklichen, einfach mal bei einer Produktion von einem HörSpiel dabei sein oder einfach nur andere HörSpiel-Interessierte kennenlernen? Dann kommt gerne zu unserem digitalen Kick-off Netzwerk am 11.03. um 19 Uhr. Gemeinsam wollen wir in den Austausch kommen und einander kennenlernen. Die Veranstaltung stellt dabei nur ein Auftakt dar – weitere Kontakt und Netzwerkmöglichkeiten finden sich im Jahresverlauf 2022. 

Wir treffen uns am 11.03 um 19 Uhr bei Gathertown (Gathertown funktioniert am besten am PC/ Notebook über Firefox, Chrome oder Edge-Browser)  in der digitalen Black Box. Wer dabei sein möchte schickt uns bitte eine E-Mail bis zum 09.03.2022. an info@hoerspiel-muenster.de. Info: Damit bei allen die Server stabil bleiben, können nur maximal 25 Personen daran teilnehmen. Deswegen 😉 First come, first serve. 

Videopremiere MixDown

Welchen Platz hat der Umgang mit Stimme und Geräuschen in der eigenen Arbeit? Darüber sprach Moderatorin Marie Brand mit ihren Gäst*innen bei unser Abschlussveranstaltung MixDown 2021. Die Sendung wurde im vergangenen Herbst Live ins Radio gestreamt – nun ist auch die Videoaufzeichnung in voller Länge fertig und wir laden euch ein MixDown 2021 gemeinsam mit uns zu schauen. 

Zu Gast waren die Künstler*innen  Anja Kreysing, Dean Ruddock und Ruth Messing. Sie sprachen über ihre eigenen Zugänge mit dem Thema “Hören” und kamen darüber ins Gespräch miteinander. Auch nach der eigentlichen Runde war zwischen den Anwesenden noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Ergänzt wurde der Talk durch die ebenfalls sehr stimmgewaltige Musik der jungen Musikerin MAALI

Los geht es am 11.03. um 20:15 via Gathertown (Gathertown funktioniert am besten am PC/ Notebook über Firefox, Chrome oder Edge-Browser). Wer dabei sein möchte, schickt uns bitte eine E-Mail bis zum 09.03.2022 an info@hoerspiel-muenster.de.  Info: Damit bei allen die Server stabil bleiben, können nur maximal 25 Personen daran teilnehmen. Deswegen 😉 First come, first serve.

Die MixDown Veranstaltung findet ihr im Anschluss auf als Video hier.

MixDown

Die Magie der Klänge

Das Hören begleitet uns durch den ganzen Tag, bei MixDown des HörSpielLab wollen wir uns einmal ganz auf dieses Hören fokussieren. Denn neben Umgebungsgeräuschen bietet uns der Klang verschiedene faszinierende Ausdrucksformen. Vom klassischen HörSpiel über Audio-Installationen zur Musik. Unter dem Motto “Let’s Talk and Listen” geht das HörSpielLab Münster nun der Frage nach, wie unterschiedliche Künstler*innen den Klang einsetzen und was die Magie am Spielen mit dem Hören ist. Was fasziniert uns am HörSpiel? Und wer steckt eigentlich dahinter? Zu Gast: Anja Kreysing, Dean Ruddock und Ruth Messing. Im Anschluss nimmt die Künstlerin MAALI die Bühne ganz für sich ein und präsentiert tanzbare Beats und virtuose Klänge.

Foto: Phil Fölting

Anja Kreysing nähert sich von der Musik dem Hören. Als Klangkünstlerin und Akkordeonistin liegen ihre Schwerpunkte auf Live-soundtracks für Filme und Performance, elektroakustische Environments sowie improvisierte Musik mit Akkordeon und Elektronik. Zuletzt schuf sie die Klangwelt der Soundinstallation “Brandreden”  für das “Festival der Demokratie 2021” in Münster.

Dean Ruddock interessiert sich für Fragen der Dean Ruddock interessiert sich für Fragen der postmigrantischen Gesellschaft und den Transfer von Literatur in unterschiedliche Medien. Seien es Poetry Slams, Lesebühnen, der Film oder eben das Hörspiel. Zuletzt belegte er als Co-Regisseur mit dem Hörspiel „Vorschlag einer Struktur“ den 1. Platz des Manuskriptwettbewerbs beim Leipziger Hörspielsommer 2021.

Foto: Andreas Schlager

Ruth Messing schließlich arbeitet vornehmlich am Theater als freie Regisseurin. Sie inszeniert an verschiedenen Theatern und arbeitet unter anderem auch in der freien Szene Münsters. Mit Tobias Dömer und Jonas Riemer setzte sie den Audiowalk „Die Stadt ohne Eigenschaften“ um. Ein auditiver Münster-Stadtspaziergang, der an entlegene, besondere und  skurrile Orte der Stadt führt. 

Durch das Gespräch leitet Marie Brand, Moderatorin und Redakteurin bei Radio Q und begeisterter ???-Fan.  

MAALI, die Schwarze deutsche Sängerin und Rapperin verkörpert in ihren Songs Empowerment, Selbstbestimmung und erzählt Geschichten mit intimen Texten, die in den Alltag und das Herz einer Schwarzen jungen Frau in einer weißen Mehrheitsgesellschaft blicken lassen, Selbstliebe an erster Stelle setzten und an Veränderung glauben. Für MAALI ist Musik immer ein Ausdruck von Erlebnissen und Emotionen.

Termin: 26.11.2021
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Black Box (Cuba Cultur), Achtermannstraße 10-12
Eintritt: 5-8 Euro
3G-Regelung: Geimpfte, Genese und Getestete (24h) 

Live-Stream über Radio Q und Webradio Münster

Die Veranstaltung wird gefilmt und ist später hier zu sehen. 

Beim HörSpielLab kooperieren die Filmwerkstatt Münster, das cuba cultur, das medienforum münster e.V. und Radio Q. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes NRW, dem Kulturamt Münster und der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen e.V..

Über HörSpiel ins Gespräch kommen!

Wir wagen einen Blick in die HörSpiel-Welt von Münster. Welche Akteur*innen beschallen die Stadt und welche unterschiedlichen Zugänge habe sie zum HörSpiel. Sei es die Lesung, der fiktionale Podcast, die Klangkunst oder doch einfach das klassische Hörspiel

In unserem ersten Gespräch über HörSpiel sprechen wir mit dem HörSpielLabel “Klappkatapult” über die Magie von HörSpielen. Unsere Gäst*innen sind Moritz Janowsky und Lena Hortian und überlegen mit uns zusammen, was uns eigentlich an Hörspielen so begeistert. Was macht den Reiz des Hörens aus und warum fristet das Hörspiel trotz oftmals großer Kindheitserinnerungen eher ein Nischendasein. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum offenen Austausch mit Getränken im lauschigen Hinterhof-Ambiente.

“Klappkatapult” ist ein kleines Hörspiellabel aus Münster, dass aus dem Online-Magazin “seitenwaelzer” hervorgegangen ist. Ihr Ziel “Kino für die Ohren” zu bieten. Angefangen hat alles mit der Begeisterung für Pen-and-Paper-Rollenspiele. Daraus entwickelten sich wilde Abenteuergeschichten und schließlich ein fiktionaler Podcast. Das Großprojekt seitdem: “Die magischen Reisen des Herrn Alexander”. Damit widmeten sie Münsters bekanntestem Magier zum 200.Geburtstag ein großes HörSpiel, dass im Stadtmuseum Münster Premiere feierte. 

Die Teilnahme ist kostenlos

Wann? – 12.09. ab 16:30 Uhr 

Wo? – Innenhof vor des Cuba Cultur (Achtermannstraße 10-12)

3G-Regelung: Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines Testes ist erforderlich